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Fadegrad

15.01.2018 135 Reax
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Grab them by the words

Steilpass für Politphilosophin Dr. Regula Stämpfli.

Vulgarität ist ansteckend. So ist es dem US-Präsidenten fast im Alleingang gelungen, die Subtilität und die Feinheiten der Sprache auf einen prähistorischen Zustand zurückzuhämmern. Dass das präpotente Gebrabbel rund um den Erdball immer mehr begeisterte Fans findet, zeigt die jüngste Debatte um den 45er-Besuch beim WEF in Davos. Ob Juso-Präsidentin Tamara Funiciello oder die SVP-Pennäler Nils Fiechter und Adrian Spahr: Kein Niveau könnte so niedrig sein, dass nicht noch irgendein Tweet untendurch passen würde. Wer politische Argumente und private Angriffe partout nicht auseinanderhalten kann, unterscheidet sich durch nichts vom politischen Gegner.

Die entscheidende Errungenschaft demokratischer Revolutionen waren nämlich Anstand im Privaten, Streit im Öffentlichen. Man schüttelt zur Begrüssung also die Hände und sagt ganz freundlich:

«Mr. President: Ihre Steuersenkungen für Reiche töten Kinder.» Oder – in Solidarität zu Nigeria: «Welcome to the Shithole Switzerland.» Wer also dem politischen Gegner laut tönend beispielsweise keine Taxifahrt gönnen mag, der ist selbst schon im Fahrstuhl zum verbalen Schafott. Der demokratische Stoff dieser Welt ist nämlich nicht mit Beleidigungen, sondern mit Gerechtigkeit gewoben.

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