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Fadegrad

13.06.2017 134 Reax
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Schönheit und Politik

Steilpass für Politphilosophin Dr. Regula Stämpfli.

Eine Ex-Miss, beliebte Werbeträgerin und knallharte Businessfrau ist neu Politik-Moderatorin. Spätestens seit Doris Leuthard im «Magazin» 2006 und Pascale Bruderer 2010 in der «NZZ» als «die wahre Miss Schweiz» betitelt wurden, vermischen auch sogenannte «Qualitätsmedien» munter Schönheit und Politik. Weshalb also die Aufregung? Da hilft nur ein Griff in die Mythenkiste. Pygmalion war ein typischer Frauenhasser, aber als Künstler ziemlich talentiert. Er erschafft sich eine täuschend echte Frauenstatue, behandelt sie wie einen lebendigen Menschen, und siehe da: Das Elfenbein verwandelt sich in Fleisch und Blut. Die Botschaft ist: Behandle eine Statue wie einen Menschen, und sie wird einer. Deshalb sollten die Medien Christa Rigozzi wie eine taffe Polit-Moderatorin behandeln, so sie denn eine werden soll. Die Diskussion zeigt aber: Frauen sind in den Medien nach wie vor nicht «normal», sondern stark von der Zuneigung und Ablehnung ihrer medialen Erzeuger geformt. Diese Diskriminierung klar entlarvt, bedeutet aber nicht, die SRF-Anstellung von Christa Rigozzi als völlig koscher durchgehen zu lassen. Werbeverträge, u. a. mit einem Geldinstitut, sind in Demokratie-Sendungen ebenso fehl am Platz wie Politikerinnen im Schönheits-Ranking.

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