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Generation L

03.01.2018 75 Reax
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Beleidigungen ausfiltern

Buchautorin Linda Solanki.

Die meisten von uns sind Pessimisten. Zumindest was uns selbst betrifft. Wir urteilen strenger über unsere eigenen Fähigkeiten, unser Aussehen und unsere Charaktereigenschaften, als wir das bei unseren Mitmenschen tun. Etwas Selbstreflektion ist gesund, bedeutet aber nicht, dass wir konstantes Eigenmobbing betreiben sollten.

Es ist aber nicht nur so, dass wir hart mit uns selber ins Gericht gehen. Auch Kritik von aussen bleibt meist viel länger hängen als ein Kompliment. Die Präsentation war übersichtlich, verständlich, gut präsentiert, lediglich die Folie mit den Charts wirkte lieblos und wie hingeschludert? Dann haben wir es ja voll verhauen.

Unser Lächeln gefällt so gut, dass mehrere Personen sich die Mühe machen, es positiv zu kommentieren? Völlig egal, sobald die Kollegin meint, vor uns sei über die Feiertage wohl auch kein Guetzli verschont geblieben.

Warum wirken Beleidigungen so viel stärker als Komplimente? Warum lehnen wir Nettes ab – Ich und schöne Haare? Ach was, die sind doch total kaputt –, nehmen uns Gemeines aber zu Herzen – Stimmt, meine Augenringe gehen gar nicht. Gleich mal nach Abdeckstiften googeln –?

Sogar, wenn wir wissen, dass die andere Person uns absichtlich verletzen will, aus welchem Grund auch immer, und es gar nicht stimmt, was sie sagt: Es geht uns nicht mehr aus dem Kopf. Denn es wird schon seinen Grund haben, warum sie ausgerechnet unsere Nase als Zielscheibe gewählt hat, oder?

Das ist doch schade. Schlussendlich entscheiden nämlich wir, was wir aufnehmen wollen. Würde es uns nicht bessergehen, wenn wir beim nächsten Kompliment „Danke“ und nicht „Ach was“ antworten? Und wenn wir die nächste Beleidigung zum einen Ohr hinein und zum andern gleich wieder hinausliessen? So bleibt mehr Platz im Kopf für all die lieben Dinge, die uns gesagt werden.

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