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Generation L

04.10.2017 160 Reax
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Der Sexsklave und die Fetischparty

Buchautorin Linda Solanki.

Links von uns stand eine Gruppe barbusiger Meerjungfrauen, rechts von uns vergnügten sich Leder- und Latexfreunde miteinander, während vor uns ein halber Hans stand, mit nichts als einer Schnur bekleidet, die sich eng um sein Glied spannte. Wo waren wir nur wieder gelandet?

Die Musik war wie erwartet grandios. Dass sie an einer Fetischparty gespielt wurde, hatten wir erst kurz vor Verlassen des Hotels entdeckt. Der Ausblick auf unappetitliche Körperteile, hemmungslos herumgeschwungen in einer einzigen, verschwitzten Masse ist natürlich kein Grund, zuhause zu bleiben und auf solide Mucke zu verzichten.

Darum taten wir das einzig vernünftige, zogen aus Integrierungsmotiven je zwei Kleidungsstücke aus, und hüpften im Schutze eines Oversize-Mantels ins Taxi. Viele bescheuerte Gespräche später hielten wir vor dem Club. Nachdem wir unsere Handykameras abgeklebt und vor den prüfenden Augen der Türsteher bestanden hatten, durften wir rein. Immer der Musik und den herumhüpfenden Genitalien nach.

Und nun standen wir also mit diesem Hans und seiner Schnur in einer Ecke und hörten wegen seines Redeschwalls den DJ kaum. „Ich bin so froh, dass ich mich endlich ausleben kann“, plapperte er. Jemandes Sklave zu sein sei nämlich seine Berufung. „Hast du das erst vor kurzem für dich entdeckt?“, fragte ich, Interesse heuchelnd.

„Neeeeiiiin“, winkte er ab. Das habe er schon immer gespürt. Also auch schon als Kind? So jemanden zum Bruder zu haben, hätte ganz schön Spass gemacht. „Aber“, fügte er an, „Im Alltag kann ich mich leider nicht ausleben. Da muss ich mich immer verstecken. Das macht mich richtig traurig.“ Mich auch für einen Moment, bis ich entdeckte, dass das Gespräch zwischen uns die Schnur um seinen Penis noch viel enger hatte werden lassen.

Lieber schnell weiter, vorbei an der Orgie, in den zweiten Stock, wo Menge und DJ um die Wette ravten. Wahlweise auch in den dritten, kleineren, für ein paar Oldies und eine Nase voll Koks. Die Party dauerte bis weit in den nächsten Tag hinein, aber uns reichte es nach ein paar Stunden. Schliesslich unterschied sie sich kaum von anderen Festen. Nackte Haut, Drogen und den ein oder anderen Steifen hatte jeder anständige Club im Repertoire. Nur die fantastische Musik, die hatte den Abend zu etwas wahrlich Besonderem gemacht.

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