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Generation L

28.06.2017 128 Reax
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Der Zauber des Sommers

Buchautorin Linda Solanki.

Es war heiss in den letzten Tagen, Wochen. Sehr heiss. Die Schweiz ächzte und stöhnte, schwitzte und tropfte. Die Medien berichteten über die angebliche Mediterranisierung, weil sich das öffentliche Leben anscheinend immer mehr auf den Strassen abspiele, und die Probleme, die damit einhergingen, namentlich Platzmangel und Abfallberge.

Ich schaue mich um und finde: Platz hat es noch reichlich und Zürich blitzt und blankt wie eh und je. Überhaupt lassen mich Diskussionen in dieser Hitze kalt. Negatives interessiert mich nicht, existiert nicht.

Mir ist egal, dass ich nachts höchstens fünf Stunden Schlaf finde, weil sich meine Wohnung zu sehr aufheizt. Dass sämtliche meiner T-Shirts an den Achseln ein Schweissrand ziert. Dass ich über vier Liter Wasser täglich trinken muss, um die ausgeschwitzte Flüssigkeit wieder aufzunehmen. Dass Mücken und Käfer sich in meinen vier Wänden einnisten. Und dass ich jeden Morgen mit neuen Stichen aufwache.

Es ist mir egal, weil es schön ist. Draussen, in Zürich, im Sommer. Weil so viel los ist, wie sonst nie. Weil zwar über die Hitze geklagt wird, die Leute aber grundsätzlich entspannter sind. Und unternehmungslustiger, leichter, energetischer, fröhlicher. Es wird gefeiert, getanzt, gelacht, geflirtet. Das Leben findet draussen statt, Mediterranisierung eben.

Nenne man es, wie man wolle – obschon ich behaupten würde, dass das Leben an schönen Tagen schon immer draussen stattfand und das ein globales Phänomen ist und kein mediterranes –, von mir aus dürfte es immer so sein. Auch im Winter, immer.

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