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Generation L

25.04.2018 80 Reax
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Die Vorteile des Single-Seins

Buchautorin Linda Solanki.

Waren meine Freundinnen früher alle notorische Singles, sind die meisten mittlerweile vergeben, die ersten schon verheiratet, verlobt, schwanger. Aber eben gottseidank noch nicht alle. Wenn ich meine Single-Freundinnen nach ihrem Dating-Leben frage und mich auf wilde Geschichten freue, erhalte ich in der Regel jedoch nur ein müdes Schulterzucken. Seit ich mit einer von ihnen durch ihr Tinder swipte, verstehe ich, warum. Gruselig, was da draussen so alles rumläuft. Wenn ich es recht bedenke, scheint es eine halbe Ewigkeit her, seit ich jemanden im Ausgang oder auf der Strasse gesehen habe, der für ein Date infrage käme.

Dennoch haben meine ungebundenen Freundinnen keinen Grund, deprimiert zu sein. Das Single Dasein hat viele Vorteile, die eine liebestechnische Trockenphase wieder wettmachen. Zum einen hat man viel mehr Zeit zur Verfügung, die man allesamt so einteilen kann, wie es einem passt, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse einer anderen Person nehmen zu müssen. Zum anderen nutzt man diese Zeit viel besser – zumindest ist das bei mir so.

In den Jahren, in denen ich Single war, unternahm ich etwa fünfmal so viel wie in einer Beziehung. Ich schrieb täglich, zog von New York nach Los Angeles und Paris, liess keine Party, keine Möglichkeit zu Reisen aus, meine Neugierde kannte keine Grenzen. Natürlich ist das auch jetzt noch so, aber eben nicht mehr so extrem. Ein Abend zuhause bedeutet nicht mehr zwingend Langeweile, sondern viel mehr gewählte Entspannung. Dass das nichts mit dem Alter zu tun hat, weiss ich aus der Erfahrung früherer Beziehungen. Kaum waren diese nämlich beendet, steckte ich wieder voller Tatendrang.

Ein weiterer Vorteil des Single-Daseins, oder auch einer Fernbeziehung, wie ich sie seit knapp zwei Jahren lebe: Secret Single Behavior. Den Begriff habe ich aus Sex and the City, er beschreibt Gewohnheiten, die man vor dem Partner geheim halten möchte. Bei mir wäre das zum Beispiel der Gebrauch meiner Hornhautfussfeile, die am Freitagabend zuhinterst im Badezimmerschrank verstaut wird, bevor mein Freund ankommt. Da er aber bald zu mir zieht, muss ich mich entweder mit rauen Fusssohlen abfinden, oder hoffen, dass er nie ganz hinten im Schrank nachsehen wird. Als Single kennt man solche Probleme nicht.

Ich weiss nicht, ob das meine Freundinnen über das Dating-Debakel hinwegtröstet. Was ich aber weiss, ist, dass ich kaum je jemanden Spannendes sah, wenn ich in einer Beziehung war. Vermutlich, weil mich andere Männer dann nicht interessierten. Sobald ich aber wieder Single war, lernte ich auf einmal haufenweise Männer mit Potential kennen. Dass ich jetzt also den Eindruck habe, es laufe nichts Gescheites rum, liegt wohl nur daran, dass ich gerade glücklich vergeben bin. Ganz im Gegensatz zu meinen Freundinnen. Darum: Augen auf und geniesst es – trotz Tinder-Albtraum.

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