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Generation L

23.02.2018 142 Reax
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Freundeskreise

Buchautorin Linda Solanki.

Ich gehöre keiner Clique an. Stattdessen habe ich viele einzelne Freunde, die miteinander nichts zu tun haben. Das birgt den Nachteil, dass wir nie alle gemeinsam abhängen und ich die einzelnen Personen darum zum Teil lange nicht sehe. Dass diese Freundschaften deshalb weniger eng sind als die innerhalb einer Clique, würde ich nicht behaupten. Eher im Gegenteil.

Ich kenne einige, die einer Clique angehören. Man sieht sich mehrmals die Woche, wenn nicht gar täglich, schickt sich morgens bis abends Nachrichten im Gruppenchat und muss sich nie um Pläne fürs Wochenende kümmern, da eh klar ist, dass man zusammen unterwegs ist. Die Verbindung zwischen den einzelnen Mitgliedern gleicht einer Liebesbeziehung – wie das alte Ehepaar, das alles gemeinsam unternimmt und einander kein eigenes Leben mehr zugesteht.

So erstaunt es mich kaum, dass die Cliquen, die ich kenne, meistens an denselben Orten rumhängen und selten etwas Neues unternehmen. Eine gewisse Routine, oder böse gesagt Langeweile, hat sich eingeschlichen. Das macht unzufrieden. Diesen Missmut bemerkt man wiederum daran, dass die ach so besten Freunde ohne Skrupel übereinander ablästern, sobald einer den Raum verlässt.

Schlimmer noch: Verkracht man sich einmal richtig, müssen die andern eine Seite wählen. Ja, das habe ich schon mehrmals beobachtet und nein, dabei handelte es sich nicht um Cliquen von unsicheren Teeny-Girls, sondern um Individuen Ende zwanzig, die Karriere machen, schwanger werden und auch sonst recht erwachsen funktionieren.

Es ist eben nicht gesund, sich ständig nur mit den gleichen Leuten zu umgeben. Was hat man sich denn überhaupt noch zu erzählen, wenn man sich sowieso ständig sieht? Wer mir Neid unterstellt, weil ich vielleicht nur gerne dazugehören würde, irrt. Auch ich war einmal Teil einer Clique. Allerdings in der 5. Klasse – und danach nie wieder. Weil mir die ständigen Lästereien, Intrigen und Gezicke auf die Nerven gingen. Mit meinen Einzelfreunden gibt’s das nicht. Wir mögen uns weniger oft sehen, da man sich für jeden individuell Zeit nehmen muss, aber dafür haben wir dann stets viel zu erzählen.

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