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Generation L

26.07.2017 114 Reax
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Happy Birthday, liebe Schweiz

Buchautorin Linda Solanki.

Die Schweiz wird 726 Jahre alt. Der erste August hat mir nie viel bedeutet. Ein bisschen Feuerwerk, ein bisschen grillieren, ein bisschen später ins Bett als normal und damit hatte es sich. Zugegeben, auch heute verbinde ich mit dem Tag nichts Besonderes. Abgesehen davon, dass ich an einem Wochentag ausschlafen kann.

Das, was am ersten August gefeiert wird, liegt mir hingegen sehr am Herzen: Die Schweiz. Was für ein unfassbares Glück wir haben, hier geboren worden zu sein! So habe ich nicht immer gedacht. Mein Herkunftsland empfand ich früher als zu klein, zu steif, zu langweilig, oder um es im Dialekt zu sagen: zu bünzlig.

Ich träumte von der Grossstadt, von Freiheit, Offenheit, Abenteuer und zog los, um genau das zu finden. In Madrid habe ich gelebt, in London, Paris, New York und anderen Teilen der USA. Es war toll; die Leute interessant, weltoffen, verrückt. Eine spezielle Energie floss durch die Metropolen. Eine Energie, die mich vorantrieb, die mir das Gefühl gab, alles schaffen zu können. In der Schweiz hingegen war mir stets eingetrichtert worden, es gar nicht erst zu versuchen.

Ich fühlte mich in der Fremde zuhause, endlich. Bald aber merkte ich, dass die Schweiz trotz vergleichsweise mässigem Sexappeal doch wahnsinnig vieles bietet, das mir in der Ferne nun fehlte. Sauberkeit, Zuverlässigkeit, Wohlstand, ein funktionierendes System beispielsweise.

Klar, das sind die lahmen Standardbegriffe, die meist in einem Atemzug mit unserer Heimat genannt werden. Wenn mal eines dieser Dinge wegfällt, merkt man jedoch schnell, wie wertvoll sie sind. Und man schätzt sich plötzlich glücklich, aus dem Bünzliland zu stammen; ist stolz darauf, im Vergleich mit anderen Nationalitäten vermutlich selbst ein Bünzli zu sein. Ich möchte nicht abstreiten, dass es mich nach wie vor häufig in die Ferne zieht. Aber zu wissen, dass man jederzeit zurückkann, zurück ins Paradies, ist ein schönes Gefühl.

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