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Generation L

25.10.2017 805 Reax
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Hetzjagd gegen Veganer

Buchautorin Linda Solanki.

Vegane Ernährung liegt im Trend. Genauso trendy ist Veganer-Bashing, also das Beschimpfen und Niedermachen von Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren. In Kommentaren auf den Sozialen Medien wird das besonders augenfällig. Die Anti-Veganer beschränken sich dabei nicht nur auf kritische Äusserungen gegenüber der Ernährungsweise.

Die Behauptung, Veganer seien dumm, militant und humorlos, gehört noch zu den netteren Aussagen. „Die verdienen es nicht zu leben“, „gehören alle verbrannt“, „diese behinderten Stücke Scheisse“ sind da schon krasser, und trotzdem nicht eben selten. Kommentiert wird nicht nur unter Artikel, die im entferntesten Sinne etwas mit dem Thema Veganismus zu tun haben, sondern auch unter Zusammenhangloses, frei nach dem Motto: „Abwarten, wie lange es dauert, bis die Veganer hier wieder jedem ihre bekloppten Ansichten aufdrängen.“

Die Facebook Gruppe „Veganer raus aus Deutschland“ zählt knapp über 100 Mitglieder und wendet sich hilfesuchend an die rechtsextreme NPD. Ein Bollwerk gegen den Veganerfluch müsse her und die NPD soll es richten. Klar, hier geht es bloss um eine Minderheit – die vermutlich vom BSE wahnsinnig geworden ist –, aber der Hass, die diese gegen Andersessende hegt, ist erschreckend. Und zählt man alle Anti-Veganer-Gruppen zusammen, ist es eben doch keine so kleine Minderheit mehr.

Warum hadert der Mensch so sehr mit allem, was nicht seiner Meinung oder Vorstellung entspricht? Egal, ob es um Religion, Hautfarbe, Nationalität, Sexualität oder Politik geht. Toleranz wird stets gepredigt und doch selten gelebt. Nun also auch noch beim Essen.

Mir ist es ehrlich gesagt völlig egal, ob sich jemand dazu entscheidet, sich fortan nur noch von Reis mit Ketchup oder dreimal täglich McDonalds zu ernähren. Wer das will, der soll das tun. Ebenso egal ist mir, ob jemand Fleisch isst oder nicht. Ich habe mich mit elf Jahren für letzteres entschieden und musste mir auch schon genügend böse Sprüche deswegen anhören.

Dabei habe ich die Info, dass ich Vegetarierin sei, nie jemandem aufgedrängt. Wenn ich gefragt wurde, weil ich beim Mittagessen etwa das fleischlose Menu gewählt hatte, kam als Reaktion oft sowas wie: „Sorry, aber das ist ja wohl völlig behindert.“

Ich habe nie verstanden, warum es manche Leute stört, mit was ich meinen Körper füttere. So wie ich das verstanden habe, hat jeder das Recht über seinen eigenen Körper zu bestimmen. Anscheinend sehen das nicht alle so. Heutzutage werde ich zwar nur noch selten angefeindet, dafür sofort gefragt: „Aber nur Vegi, oder? Nicht auch noch vegan.“ Das Beispiel Veganismus steht sinnbildlich für alle Formen der Andersartigkeit und beweist: Wir sind noch meilenweit entfernt von einer aufgeschlossenen Gesellschaft. Schade.

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