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Generation L

22.03.2018 61 Reax
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I’m an iSlave for you

Buchautorin Linda Solanki.

Wir, die Sklaven technischer Geräte. Das wurde mir einmal mehr bewusst, als ich meinen Adapter am Tag der Abreise im Hotelzimmer vergass. Kurz zur Erklärung: Meinen aktuellen Laptop kaufte ich 2014 in New York, als mein alter den Geist aufgab. Nach meinem Umzug nach Paris löste ich das Steckdosenproblem mit meinem World Adapter und behielt diese Methode auch in der Schweiz bei. Das Handy kaufte ich hingegen hier, verlor aber schon bald den Stecker, sodass ich es mit dem Kabel über den Laptop auflade.

Der Adapter stellt in dieser Konstellation demnach das verbindende Glied zwischen Steckdose und Ladekabel dar. Ohne Adapter kein Saft. Leider bemerkte ich dessen Abwesenheit erst zuhause. Das Hotelpersonal versprach bei meinem Anruf, das Putzpersonal zu bitten, in den Steckdosen meines Zimmers nach dem Adapter Ausschau zu halten. Weil das Zimmer aber bereits wieder besetzt war, würde ich mich bis morgen gedulden müssen.

Weil ich auf den baldigen Fund des Adapters vertraute, und weil ich zu geizig für den unter Umständen unnötigen Kauf eines neuen World Adapters war – kostet immerhin um die Hundert Franken – oder auch eines durchaus praktischen Ladekabels mit Kompatibilität zu Schweizer Steckdosen, beschloss ich, zu warten. Und schaute traurig zu, wie der Akku meines Laptops sich mit jedem Spotify Song weiter leerte. Am Ende killte ich ihn, indem ich mein Handy auflud. Das brauchte ich immerhin, um durch seine Weckfunktion wach zu werden. Ein rechtzeitiges Erwachen versprach wiederum, dass ich schneller ins Büro kam, wo viele, viele Ladekabel auf meinen powerlosen Laptop warteten.

Die Nacht war aber noch zu jung fürs Bett, jedoch auch nicht mehr jung genug, um noch etwas ausser Haus zu unternehmen, zumal Sonntag und somit eh vieles zu war. Was also sollte ich tun? Fernsehen? Machte ich eigentlich nur noch über Onlinestreaming. Musikhören? Ein Radio besass ich längst nicht mehr. Lesen, so wie ich es früher abends oft getan habe? Leider hatte ich mein Buch bereits auf der Heimfahrt beendet und keine Lust auf eines der mir schon bekannten Bücher aus meinem Regal. Schliesslich blieb nur noch die Option des Wohnungsputzes und da ging ich doch lieber früher ins Bett.

Zwei Tage später hatte diese Qual ein Ende, als das Päckchen vom Hotel im Briefkasten lag. Nun schallt wieder bis spät Musik durch meine Wohnung, ich bin auf den Sozialen Medien praktisch jederzeit erreichbar, alles ist wie vorher. Nur in meinem Bücherregal prangen fünf neue Titel. Nicht für den Fall der Fälle, sondern einfach, um ein Stückweit weniger abhängig zu sein.

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