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Generation L

12.04.2017 62 Reax
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Jack Daniels zum Frühstück

Buchautorin Linda Solanki.

Ich mag Spontanität. Mindestens genauso gerne, wie ich es mag, Pläne zu schmieden. So denke ich mir gerne ein Wochenendprogramm aus, das, aufgeteilt auf fünf Leute, knapp zu bewältigen wäre, wenn man auf Schlaf verzichtet.

Spontan entscheide ich dann, welche der Möglichkeiten es sein darf – oder aber ich verwerfe alle davon und mache etwas total Anderes, Ungeplantes. Ja, die Generation Y nervt mit ihrer Sucht nach unbegrenzten Möglichkeiten. Und ich bin vielleicht ihr allernervigstes Mitglied.

Wie wundervoll und befreiend Pläne verwerfen sein kann, erlebte ich vergangenen Samstag einmal mehr. Eigentlich hätte es ein ruhiges Wochenende werden sollen. Bei meiner besseren Hälfte standen Prüfungen an und bei mir ein Friedensangebot an meine Leber.

Für Samstag hatte ich uns einen Brunch in Shoreditchs neustem In-Lokal organisiert, so schön amerikanisch-fettig mit Buttermilk Pancakes, Burger und Milkshakes. Danach wollten wir uns einen einzigen Drink auf einem Rooftop gönnen, bevor wir uns zum Lernen, beziehungsweise Schreiben zurückzogen.

Wir freuten uns auch wirklich auf das entspannte Programm, wenngleich wir vier Stunden zu spät dran waren für den Brunch. Da das Lokal jedoch durchgehend geöffnet und nachmittags kaum mehr eine Reservation nötig sein würde, beschlossen wir, trotzdem hinzugehen.

Blöderweise lag mein Lieblingspub auf dem Weg dahin und noch blöder, zeigte es gerade einen Rugby Match. „Aber der Brunch“, warf mein Freund ein. „Auf die fünf Minuten kommt es auch nicht mehr an“, entgegnete ich und stand schon drin.

So ein Jack Daniels auf nüchternen Magen macht Freude. Besonders, wenn’s ein doppelter ist. Keine Ahnung, ob der Match spannend war oder nicht, aber wir amüsierten uns köstlich, fanden, wie das mit den Engländern und Pubs so ist, schnell neue Freunde und blieben bis zum Schlusspfiff. Danach gingen wir Shoppen.

Weil ich aber die vielen Leute schlecht ertrug und sowieso keine Lust auf Kleiderkonsum hatte, beschlossen wir, ein paar Kegel umzuwerfen. Zufälligerweise führte auch das Bowling Center Jack Daniels. Mit ein paar Kurzen mehr intus bowlt es sich vielleicht nicht besser, dafür aber schlechter, und ist das nicht ohnehin der ganze Witz an Bowling?

Berauscht von meiner erbärmlichen Niederlage stolperten wir nach draussen und direkt in ein Bierfestival, wie es jede Woche irgendwo in London stattfindet und dann gerade in unserer Nachbarschaft. Die zum Bier gereichten tschechischen Käsebretzel konnten auch nichts mehr retten. Wir wollten die Weltherrschaft und wenn wir diese schon nicht ergreifen konnten, dann wenigstens eine durchzechte Clubnacht. Irgendwann nach Morgengrauen fielen wir ins Bett. Am Sonntag schafften wir es dann zum Brunch.

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