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Generation L

10.01.2018 43 Reax
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Kleiderdiebe

Buchautorin Linda Solanki.

Vergangenen Sommer wollte ich zusammen mit ein paar Freundinnen einen Flohmi Stand betreiben. Denn: Nachdem wir unsere Kleiderschränke ausgemistet hatten, brachten wir Berge von Klamotten zusammen – teils kaum getragen, darunter auch einige Designerstücke. Unser Geschäftssinn war geweckt.

Wir schmiedeten den perfekten Plan: Eine von uns würde sich um die Musik kümmern, eine andere Prosecco en Masse besorgen und ich würde tonnenweise Cupcakes backen, die wir zusammen mit dem Schaumwein gratis aushändigen würden, um möglichst viele Flohmarktbesucherinnen an unseren Stand zu locken. Es hätte ein Tag voller Spass, Alkohol und ordentlich Cash werden sollen.

Stattdessen regnete es. Der Flohmarkt wurde abgesagt, die Saison ging zu Ende, und ich hockte weiterhin auf meinen Klamotten rum. „Nächstes Jahr dann“, sagten wir uns, während wir die Kleider in Säcke gepackt in den Keller brachten. Dort warteten sie friedlich auf ihren Einsatz – so dachte ich zumindest.

Denn als ich das nächste Mal in den Keller ging, waren die Kleider verschwunden. Zwei grosse Säcke voll, einfach weg. Auch die blaue Ikea Tasche blickte mir hoffnungslos entgegen, leer, bis auf zwei Paar Schuhe, die den Dieben wohl zu hässlich gewesen waren.

Wer macht denn so etwas? Wer klaut alte Kleider, lässt aber die teuren Koffer und die Fahrräder der Nachbarn liegen? Überhaupt macht es mich stutzig, dass bei mir eingebrochen worden war, die einzig andere Partie im Haus aber verschont geblieben war. Was wollten die Diebe mit den Kleidern? Selber tragen? Auf Ricardo.ch versteigern? Wie ich geplant hatte auf dem Flohmi vertickern?

Wie dem auch sei, ich möchte mich bei den Dieben bedanken, dass sie wenigstens nur meine ausrangierten Kleider und die stinkende Kameltasche, die ich mir bei einer Marokkoreise habe andrehen lassen, mitgenommen haben – alles Sachen, die ich sowieso loswerden wollte. Zwar nicht auf diese Weise, aber immerhin bleibt es mir nun erspart, die Dinge selbst zu entsorgen. Und sollte ich meine Kluft nächsten Sommer tatsächlich am Bürkliplatz oder auf dem Kanzleiareal entdecken, möchte ich wenigstens ein Glas Prosecco als Entschädigung.

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