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Generation L

28.03.2018 84 Reax
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Krank durch Yoga & Co.

Buchautorin Linda Solanki.

Viele meiner Freundinnen klagen über willkürlich auftretende Magenschmerzen, Kopfweh, Müdigkeit. Bei keiner von ihnen ergab die ärztliche Untersuchung einen Hinweis auf Bakterien oder Viren im Körper. Viel eher lautete die Diagnose Stress. Dabei tut sich jede von ihnen häufig etwas Gutes: regelmässige Yogasessions, gesunde Ernährung, Spa Besuche und Beauty Behandlungen, sogenannte Quality Time mit Freunden und Familie, Mindfulness Übungen, Meditation.

Nun stellt sich automatisch die Frage, wie man bei so vielen entspannenden Aktivitäten überhaupt gestresst werden kann. Eigentlich ganz einfach: Wenn wir an einem gemütlichen, gänzlich unverplanten Wochenende am Sonntagmorgen entscheiden, ins Yoga zu gehen, dann fühlen wir uns hinterher vermutlich glücklich und gelöst. Vielleicht gönnen wir uns hinterher einen frischgepressten Smoothie. Die Wahrnehmung des eigenen Wohlbefindens dürfte danach kaum mehr zu toppen sein.

Wenn wir aber am Dienstagabend um acht nach der Arbeit direkt zum Massagetermin hetzen und uns dann auf der Liege statt auf die wohltuenden Handgriffe auf die Einkaufsliste in unserem Kopf – der Kühlschrank muss unbedingt mit Kale und Avocado aufgestockt werden, ohne Superfoods droht uns körperlicher Zerfall – konzentrieren und uns gleichzeitig selber ermahnen, dass wir zuhause auch ja dran denken, die Yogakleider für morgen einzupacken, dann wird aus Entspannung Stress.

Wir wollen einfach zu viel. Oder denken, dass wir das alles müssen. Weil es ja so gesund ist. Und man auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance schauen soll. Zwängen wir vitalitätsfördernde Freizeitaktivitäten in unseren eh schon übervollen Terminkalender wird der Life-Teil zu Work. Besser wäre es, einfach mal bei süssem Nichtstun auf der Couch zu gammeln. Auch wenn sich das falsch anfühlt. Ohne schlechtes Gewissen rumzuhängen muss man lernen. Genauso schwer kann es uns fallen, zu akzeptieren, dass grundsätzlich Gesundes im falschen Moment ungesund sein kann. Ich spreche aus Erfahrung, denn auch ich gehöre zur Bauchweh-Fraktion und zu denen, die sich mies fühlen bei einem faulen Abend vor dem Fernseher. Wenigstens bin ich im Gegensatz zu vielen meiner Leidensgenossen einsichtig. Und nun entschuldigt mich, ich muss unbedingt noch ins Yoga.

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