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Generation L

23.05.2018 60 Reax
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Südkoreanisches Schlaraffenland

Buchautorin Linda Solanki.

Ich fresse mich gerade durch Südkorea. Das Fremde, Neue, Unbekannte fasziniert mich in allen Lebenslagen und besonders beim Essen. So kann ich keinen koreanischen 24-Stunden-Shop betreten, ohne mindestens 10 Minuten darin zu verbringen und ihn mit drei oder mehr ungeplanten Käufen wieder zu verlassen. Meist mit irgendwelchen ungesunden Snacks, denn etwas anderes gibt es in den kleinen Läden kaum zu kaufen.

Meine Highlights bisher: Popcorn – wahlweise mit Cream Cheese oder gesalzenem Eigelb Geschmack, Vinegar Juice (eine Art Essigfruchtsaft, der meiner Meinung nach wie ein Milchshake schmeckt), weiche süsse Frischkäseküchlein, und Käsechips, die zwar süss wie Gummibärchen, aber dennoch recht lecker waren. Zucker mögen sie, die Koreaner. Selbst das Knoblibaguette, das ich bei meiner ersten Koreareise aus schierem Verlangen nach einem salzigen Brot gekauft hatte, entpuppte sich als Zuckerbombe.

Ich war jedoch selber Schuld in einem kulinarisch so vielfältigen Land auf Brot zurückzugreifen. Die traditionelle koreanische Küche bietet schliesslich mehr als genug Bespassung für den Gaumen. Warum es das Korean BBQ noch nicht zu uns geschafft hat, verstehe ich angesichts der Grillierfreude der Schweizer absolut nicht. Was gibt es Gemütlicheres, als in geselliger Runde um eine in den Tisch integrierte Grillplatte zu sitzen, verschiedene Fleisch- und Gemüsestücke zu brutzeln, in Saucen zu dippen und in Salatblätter zu wickeln, dazu etwas Soju, allerlei Beilagen, noch mehr Soju und hinterher eine Runde Karaoke.

Kimchi – fermentierter Kohl in scharfer Sauce – kennt man mittlerweile auch in der Schweiz. So beliebt wie in Korea wird er aber wohl nie sein. Koreanische Haushalte haben sogar einen extra Kimchi-Kühlschrank, in denen sie das penetrant riechende Gemüse einzeln lagern, damit sich der Geruch nicht auf die anderen Lebensmittel überträgt.

Meine Lieblinge sind aber Kimbap (eine Art Sushirolle, meist mit viel Gemüse gefüllt und mit Sesamöl bepinselt), Bibimbap (Reis, Gemüse und Ei im heissen Steinpot – simpel und immer wieder köstlich) und Patbingsu oder Bingsu. Letzteres gibt es nur während den Sommermonaten. Dann, wenn die Sonne auf den Asphalt brennt, und man sich nach der Erfrischung in Eisform sehnt. Wer einmal Bingsu probiert hat, wird kein Vanille- oder Erdbeereis mehr anfassen, während er in Korea weilt. Bingsu ist weder Sorbet noch Milchspeiseeis, sondern besteht aus feinsten Eisspänen, die in Kondensmilch getränkt und mit süssen, dick eingekochten Adzukibohnen und kleinen Reiskuchen belegt sind.

Südkorea wurde letztes Jahr zum kulinarischen Trendland erkoren. Dass dennoch kaum jemand ausserhalb Koreas Bingsu kennt, ist eine Schande. Mein Tipp für den nächsten Hitzetag: Shaved Ice vorbereiten, Kondensmilch und süsse rote Bohnen (gibt’s im Asialaden) einkaufen, Bingsu geniessen und sofort einen Flug nach Südkorea buchen. Mit ganz viel Hunger im Gepäck.

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