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Heiliger Bimbam

13.04.2017 76 Reax
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Der Frühlingszirkus und die Bedeutung des Osterfestes

Sinnvoller leben mit Roland Diethelm, Pfarrer in Zürich.

Überdimensionierte flauschig gelbe Küken, goldene Schoggihasen und jede Menge bunte Ostereier schmücken das Fest: was für ein Wimmeln und Rammeln! Die Symbole des erwachenden Frühlings feiern den Sieg des Lebens über den Tod. Anhänger der reinen Lehre regen sich auf, dieser allgemeine Frühlingszirkus verstelle die eigentliche Bedeutung des Osterfestes: Ein ganz bestimmter Mensch wurde vor bald 2000 Jahren am dritten Tag nach seiner Hinrichtung vom Tod erweckt und seither als Christus verehrt. Wer nur die Rückkehr der Vegetation nach der Winterpause feiert, hat einen Vorteil: eine solche Auferstehung ist sichtbar und spürbar, mindestens bis zum nächsten Herbst. Auch wenn das Leben immer wieder stärker ist: übers Ganze bleibt der Tod für das Individuum unüberwindbar. Die Auferstehung eines toten Menschen mutet völlig surreal an. Ausserhalb heiliger Schriften kommt sie nicht vor. Das war nicht immer so. Zur Zeit von Jesus erwarteten mehrere populäre jüdische Reformbewegungen glühend einen Christus und die Auferstehung der Toten Israels. Deshalb lag es nicht fern, die Erscheinungen des gemarterten Lehrers vor einzelnen Jüngerinnen und Jüngern, den Zwölfen und dann inmitten seiner versammelten Jüngerschar von 500 Zeugen als Anbruch der Auferstehung zu verkünden. Noch lange Jahre bevor es Evangelien mit Ostergeschichten gab, lehrte der zu Christus bekehrte Paulus: «Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.» In den christlichen Gemeinden herrschte eine damals einzigartige Liebe und Freiheit. Menschen waren bereit, füreinander einzustehen. In der neuen Gemeinde hatte der Tod nicht mehr das letzte Wort. Er hatte seine Macht verloren. Der bisherigen Weltanschauung galt der neue Glaube als absurd. Der Glaube an den Auferstandenen passte nicht in die rationalen Systeme und Denkweisen. «Ich glaube, weil es absurd ist», war das Markenzeichen der neuen Freiheit und Liebe. Das blieb er bis heute. «Gott ist mein Trotz» (Peter Bichsel), denn er hat mehr Möglichkeiten, als wir ihm zugestehen. Der lebendige Christus schenkt auch heute Freiheit und ermöglicht Liebe. Er ist wahrhaftig auferstanden!

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