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Schweizer gehen missmutig durchs Leben

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Yaël Meier (18) aus Zürich. play
Yaël Meier (18) aus Zürich.

Man merkt erst, wie viele Leute missmutig durchs Leben gehen, wenn man sie auf der Strasse ansprechen muss. Davon können Studenten mit Promotionjobs ein Liedchen singen. Ich habe kürzlich hundert Leute gefragt, wie sie bemerkt haben, dass sie erwachsen geworden sind. Scheint für manche eine leichte Frage zu sein, anderen bereitet sie Kopfzerbrechen.

Hundert Leute befragen – klingt nach einem grossen Zeitaufwand. Mit trotzdem grossem Enthusiasmus machte ich mich morgens um zehn Uhr am Bahnhof Zürich-Oerlikon daran, die nächstbesten Leute anzusprechen. Was anfangs vielleicht etwas Überwindung kosten wird, klappt nach dreissig Befragten bestimmt wie von selbst, redete ich mir gut zu. Tatsächlich kam alles etwas anders. Denn nach besagten dreissig Leuten war meine gute Laune wie weggeblasen. Eine Stunde lang böse angeschaut werden und zigmal zu hören bekommen, man habe keine Zeit für dumme Fragen, fördert das Selbstbewusstsein wenig.

Ob die Einstellung «Ich will doch nur ungestört auf meinen Bus warten und von niemandem angesprochen werden» einfach typisch schweizerisch ist? Es war auffällig, dass niemand mit dem anderen geredet hat. Jeder schaute missmutig drein, starrte auf sein Handy und es fühlte sich an, als würden alle Anwesenden mit ihrer miesen Laune die Luft verpesten. Je mehr Leute ich ansprach, desto unsicherer wurde ich.

Das Positive an der Erfahrung: Ich werde in Zukunft versuchen, fröhlich zu reagieren, wenn mich jemand anspricht – das heitert die allgemeine Stimmung vielleicht ja auf.

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