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Island hält Beerdigung für Gletscher ab

Okjokull, ein ehemals grosser Gletscher, ist dem Klimawandel zu Opfer gefallen.

Quelle: Twitter/NASA

Grosse Trauer in Island, nachdem der erste Gletscher des Landes offiziell verschwunden ist. Der im Westen gelegene Okjokull ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Wissenschaftler nennen als Grund den globalen Klimawandel.

Vom Gletscher, der früher einen Grossteil des Berggipfels «Ok» bedeckte, ist heute nur noch ein kleines Stück übrig. Seinen Status als Gletscher verlor «Okjokull» bereits 2014, als er sich aufgrund seiner geringe Dicke nicht mehr bewegen konnte. Neue Satellitenbilder der «NASA» zeigen nun, wie weit sich der Gletscher wirklich zurückgezogen hat.

Eine Gruppe Isländer hat nun eine Beerdigung abgehalten, bei der sie unter anderem eine Plakette anbrachten. Auf dieser Plakette ist, jeweils auf Isländisch und Englisch, eine Warnung an kommende Generationen geschrieben.

Quelle: Twitter

«Ok ist der erste isländische Gletscher, der seinen Status verliert. Es wird erwartet, dass in den nächsten 200 Jahren alle grossen Gletscher dasselbe Schicksal ereilen wird. Dieses Monument ist dafür da, um einzugestehen, dass wir wissen, dass dies passiert, und was wir dagegen tun müssen.
Nur ihr werdet wissen, ob wir es geschafft haben

Zusammen mit dieser Nachricht ist der aktuelle CO2-Gehalt der Atmosphäre notiert, um zukünftigen Generationen einen Referenzpunkt zu geben.

«Okjokull» ist nicht der einzige Ex-Gletscher

Früher erstreckte sich der «Okjokull» auf über 15 Quadratkilometer, heute ist davon praktisch nichts mehr übrig.

Doch «Okjokull» ist nicht der einzige Ex-Gletscher: Der Glaziologe Oddur Sigurdsson fertigte im Jahr 2000 eine Karte an, auf der er über 300 Gletscher in und um Island verzeichnet. 17 Jahre später sind 56 davon verschwunden.

Islands Premierminister, Katrín Jakobsdóttir, sagt zu «Ladbible», dass dies zwar der erste Gletscher sei, der offiziell heruntergestuft wird, gemäss Wissenschaftlern werden aber in Zukunft eine Vielzahl Gletscher verschwinden. Dies sei nicht nur ein Problem für Ökosystem, Natur und Landschaft, sondern auch für die Isländer direkt, da eine Vielzahl von Gletscherbächen zur Energiegewinnung genutzt wird. Weiter sagt Jakobsdóttir, dass der Klimawandel sich zwar global auf ganz verschiedene Weisen zeige, dass ursprüngliche Problem aber weltweit das Gleiche sei. Jede politische Führungskraft müsse sich dessen bewusst sein und Massnahmen treffen.

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