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Kinokritik: WTF, Jennifer Lawrence!

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Das sagt Lukas Rüttimann:

Ich mag Mindfuck-Movies – Filme, bei denen man die Hirnzellen ein bisschen anstrengen muss. Über Sinn und Unsinn von «Donnie Darko» kann man mit mir bis heute leidenschaftlich debattieren. Was ich weniger mag, sind WTF-Movies – Filme, die ein gigantisches Fragezeichen inszenieren und einen damit allein lassen.

Darren Aronofskys Werke pendeln zwischen diesen beiden Fucks. Toller Mindfuck («Black Swan») wechselt sich bei ihm mit nervigem WTF («The Fountain», «Pi») ab. «Mother!» liegt irgendwo dazwischen. Der Film beginnt ganz hübsch als Mix aus «The Shining» und «Rosemary’s Baby». Doch wehe allen, die dann nicht schon in den Metapher-Modus geschaltet haben. Die dürften sich ob der oft stupiden Handlung bereits nach 20 Minuten fragen, ob sie nicht lieber gehen sollen. Lässt man sich jedoch auf Aronofskys – Achtung, Spoiler! – Bibelstunde ein, nimmt der Film Fahrt auf. Auf die Folter gespannt durch die vielen Allegorien, wartet man auf das grosse Rätsel, das die hanebüchene Story am Ende grandios auflöst. Doch «Mother!» ist nicht «The Others» oder sonst ein stylisher Hollywood-Horrorfilm mit Leichen im Keller. Das Finale ist abgefahren bis zum Gehtnichtmehr und schwankt bedrohlich zwischen feministischem Manifest und paganistischem Öko-Kitsch. What the Fuck.

Bewertung: 1 von 5 Sternen

Das sagt Christiane Binder:

Ist der Heiland umsonst gestorben? Sind Mütter die einzigen guten Menschen? Sollte man als Frau keinen Dichter heiraten, weil der nur sich und sein Geschreibsel liebt? Oder muss man mit dem Rauchen aufhören, weil man sonst qualvoll stirbt?

Nach zwei Stunden vollgestopft mit Metaphern, Symbolen, Zitaten, pseudophilosophischem Murks und feministischer Küchenpsychologie schwirrt einem der Kopf. Kein Wunder, wurde Darren Aronofskys Werk teils so hoch gepriesen. Der Psychothriller (oder was das auch immer sein soll) ist derartig überladen mit Bedeutung, dass man lieber lobt, als sich als Banause zu outen, der die Anspielungen nicht gerafft hat. Fankult und religiöse Massenhysterie, Gottesmutter Maria, Gemetzel, Todesschreie und – whoosh – am Schluss ist alles Schall und Rauch. Endzeit. Schockstarre. Eine durchgehende Handlung fehlt, die Charaktere können sich nicht entwickeln. So verbreitet die arme Jennifer Lawrence Sanftmut und seufzt viel. Javier Bardem, an sich ein Gigant, mimt permanenten Ingrimm, ebenfalls unter seinem Niveau. Nur Michelle Pfeiffer bleibt etwas Raum für die – immerhin bemerkenswerte – Darstellung einer Zicke. Da die Horror- und Splatterelemente nur mässig gruseln, wirkt das aufgeblasene Spektakel zum Schluss hin ermüdend.

Bewertung: 1 von 5 Sternen

Gut zu wissen:

Abstract: Zurückgezogen in einem Landhaus lebt ein Dichter mit seiner jungen Gattin. Seit Monaten hat sie das Haus renoviert, er wiederum leidet an einer Schreibblockade. Ihr friedliches Leben wird durch die Ankunft eines unerwarteten Gastes gestört. Während ihr der Fremde suspekt erscheint, ist ihr Mann von seiner Persönlichkeit begeistert. Als am nächsten Morgen dessen Gattin einzieht, ist nur der Herr des Hauses glücklich über die neuen Mitbewohner. Als auch noch die beiden Söhne des fremden Ehepaars unerwartet aufkreuzen, kommt es zu ­einem tragischen Vorfall.

Länge: 115 Min.

Land: USA

Besetzung: Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris, ­Michelle Pfeiffer

Regie: Darren Aronofsky

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