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«T2 – Trainspotting»: Siff ist nicht mehr so sexy

Mit viel Verspätung kommt die Fortsetzung des Kulthits «Trainspotting» ins Kino. Sie freut sich über bekannte Gesichter – er fragt sich, ob das sein musste.

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Ewan McGregor und Johnny Lee Miller – älter, aber nicht besser. play
Ewan McGregor und Johnny Lee Miller – älter, aber nicht besser. CTMG, Inc.

Lukas Rüttimann sagt:

Nein, auch ich bin nicht gegen die unheimliche Macht der Nostalgie gefeit. Ich kaufe Vinyl-LPs und gehe an Gigs von Bands, die schon vor 30 Jahren alt waren. Trotzdem frage ich mich: Musste das sein? Ein Sequel von «Trainspotting»?

Immerhin hat das Original das 90er-Jahre-Feeling zwischen Smiley-Wahn und Afterparty-Hangover perfekt auf den Punkt gebracht. Nie war Siff so sexy wie mit den Helden aus Irvine Welshs Roman, kaum je wurde eine kaputte Generation so treffend porträtiert.

Aber «Trainspotting 2»? Dieser Film kommt nicht nur 20 Jahre zu spät, er hat auch nicht wirklich viel zu sagen. Mark, Sick Boy, Spud und Co. sind 20 Jahre älter, aber nicht viel weiser geworden. Wenigstens ist der Film ehrlich: «Wir sind Touristen in unserer eigenen Jugend», sagt Ewan McGregor. Das gilt für die Filmfiguren wie für die Macher.

Danny Boyle und sein Team scheinen Spass gehabt zu haben, die Anfänge ihres Ruhms zu besuchen. Dass der Regisseur nach zwei Flops andere Motive für diese oft etwas kitschige Fortsetzung hatte, will ich ihm nicht unterstellen. Es ist auch nicht alles schlecht: Robert Carlyle ist noch immer der intensivste Film-Soziopath seit Joe Pesci, und das Brexit-Britannien wird ohne Filter gezeigt. Gut möglich, dass ich 2037 nostalgisch zurückschaue – und meine eher strenge Bewertung für «T2» bereue.

Bewertung: 1 von 4 Sternen

Tanya König sagt:

Als «Trainspotting» 1996 ins Kino kam, sprach er eine Generation an und wurde zum Kultfilm: «Sag Ja zum Leben», lautete die Parole. Was Regisseur Danny Boyle zeigte, waren Trips – und der Alltag von vier schottischen Jungs, die für den nächsten Schuss lebten.

Kultig war der Soundtrack, die knalligen Farben und die Szene, in der Ewan McGregor in die Kloschüssel steigt – und in ein Meer von «Schokolade» taucht. Am Schluss endet alles noch verschissener für die Clique, denn der junge McGregor haut mit dem Geld seiner Freunde nach Amsterdam ab. 20 Jahre später kommt er zurück, und hier beginnt «T2 –  Trainspotting».

Ja, wir sehen dieselben Gesichter, nur älter. Genau das ist das Interessante daran, denn die Akteure spielen das Altern nicht, sie verkörpern es. Doch sind sie Männer geworden? ­Ewan McGregor definitiv! Das Leben seiner Kumpels aber hat sich wenig verändert. Die Truppe suhlt sich in der Vergangenheit, und Danny Boyle zeigt dies mit Flashback-Ausschnitten aus dem damaligen Film. Auch wir erinnern uns und schmunzeln.

«T2 – Trainspotting» ist weniger ein Film dieser Generation, eher einer für jene, die nun auch 20 Jahre älter geworden sind. Oder zumindest für jene, die «Trainspotting» gesehen haben. Zu Letzteren zähle ich mich dazu.

Bewertung: 3 von 4 Sternen

«T2 – Trainspotting»

Abstract: Zwanzig Jahre nach seinen Drogeneskapaden und der Flucht mit dem Geld seiner Freunde in Amsterdam kehrt Mark Renton in seine Heimat Edinburgh zurück. Seine alten Kumpel Sick Boy und Spud leben immer noch in ärmlichen Verhältnissen, und auch ihr Drogenkonsum ist kaum geringer geworden. Gangster Begbie hat es zudem satt, im Gefängnis zu sitzen und flüchtet. Er kehrt zurück zu seiner Familie. Eine Konfrontation der ehemaligen Freunde mit ihrer schwierigen Vergangenheit ist unausweichlich.

Länge: 117 Min.

Land: Grossbritannien

Besetzung: Ewan McGregor, Johnny Lee Miller, Robert ­Carlyle, Ewen Bremner, Kelly MacDonald

Regie: Danny Boyle

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