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Analyse zu den Wahlen in Freiburg: Darum ist die Niederlage für die SVP doppelt schlimm

FREIBURG - Mit dem Schlachtross Jean-François Rime griff die SVP den linken SP-Präsidenten Christian Levrat an – und scheiterte kläglich. Eine Analyse von Matthias Halbeis, Co-Politikchef der BLICK-Gruppe.

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Warum lacht denn der Herr rechts? Wahlsieger Christian Levrat (mit Rose) und der geschlagene Jean-François Rime. play
Warum lacht denn der Herr rechts? Wahlsieger Christian Levrat (mit Rose) und der geschlagene Jean-François Rime. Keystone
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"Auch Bürgerliche wählten Levrat": Matthias Halbeis, Co-Politikchef der BLICK-Gruppe.

Die Wahlen in den Kantonen Freiburg und Genf sowie in der Waadt sind geschlagen. Weitere sechs Sitze des Ständerates sind besetzt und wir können nach dem heutigen zweiten Wahlsonntag Bilanz ziehen:

  1. Nach dem deutlichen Wahlsieg der SVP vom 18. Okober hätte man erwarten können, dass sie in Fribourg einen zusätzlichen Sitz im Ständrat schaffen könnte. Immerhin trat mit Jean-François Rime nicht irgend ein SVP-Nobody gegen SP-Präsident Christian Levrat an. Rime hatte mehrfach für seine Partei für den Bundesrat kandidiert und wusste als Präsident des nationalen Gewerbeverbandes auch eine grosse Organisation hinter sich. Man darf ruhig sagen, er war ein Top-Kandidat. Sein Resultat blieb heute trotzdem dürftig. Er erreichte gerade mal knapp mehr als die Hälfte der Stimme von Levrat. Hinzu kommt, dass die SVP in Freiburg am 18. Oktober die grösste Partei wurde und einen zweiten Sitz im Nationalrat hinzugewann, die SP aber einen verlor. Das zeigt klar, wer eigentlich aus der Poleposition startete.
     
  2. Von den beiden Polparteien SVP und SP ist nur letztere merhheitsfähig. Und genau das muss der Partei von Christoph Blocher zu denken geben. Immerhin schwadronierte der Parteiübervater im Zusammenhang mit dem zweiten Bundesratssitz davon, dass die Partei die Gesamtverantwortung übernehmen will. Dazu bräuchte sie aber nicht nur im Bundesrat eine Mehrheit, sondern auch im Ständerat. Und genau das wollen offenbar viele Bürgerliche in den Kantonen ganz und gar nicht. Anders als glanzvoll kann man das Resultat von Levrat nicht bezeichnen. Schliesslich überflügelte der SP-Präsident sogar den CVP-Kandidaten Beat Vonlanthen. Und auch dieser ist ja nicht irgendwer, sondern ein amtierender Regierungsrat, der sich auch schon in mehreren Majorzwahlen durchsetzen musste. Offensichtlich stimmen viele bürgerliche Wähler im Entscheidungsfall lieber für einen Linken als für die SVP.
     
  3. Mit Levrat hat sich ausgerechnet ein Exponent der SP im Direktvergleich mit Rime durchgesetzt, der ein pointiertes linkes Profil aufweist. Also keiner, der Mitte-links politisiert und so auf viele Stimmen aus der Mitte abonniert ist. Darum wiegt die Niederlage von Rime doppelt so schwer für die SVP-Strategen.

Was heisst das nun für die kommenden Wahlgänge? Die Chancen der SVP-Kandidaten beispielsweise in Zürich und Solothurn bewegen sich seit heute noch in einem kleineren Bereich. Der SVP und ihren Kandidaten gelingt es selbst nach dem historischen Wahlsieg kaum, bei Majorzwahlen Stimmen über ihren eigenen Wähleranteil hinaus zu machen. Und das hat für die Wahlsiegerin natürlich im Ständerat Konsequenzen. Während sich die SP dort zunehmend fest verankern kann, fehlen der SVP gerade dieses Sitze. Wer in Bern seine Politik durchsetzen will, braucht Mehrheiten nicht nur im Bundesrat und Nationalrat. Es sieht ganz so aus, als besetzten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den Ständerat wie schon 2007 erneut als Korrektiv zu einem möglichen SVP-Übergewicht.

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