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Bei dieser Famillie lebt der Kampfhund im Kinderzimmer: «Unser Akis ist keine Bestie»

Ein Amstaff-Mix tötete vor einer Woche ein Baby (†7 Monate) in Deutschland. Mit Kampfhund und Kind unter einem Dach leben? BLICK hat eine Aargauer Familie besucht, bei denen es klappt.

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Der Tod des sieben Monate alten Jannis schockiert: In Bad König (D) biss Familienhund Kowu (5), American-Staffordshire-Mischling,  dem Baby vergangene Woche in den Kopf. Wenige Stunden später stirbt Jannis im Spital.

Die Tragödie hat auch das Aargauer Paar Lukas Kurmann (28) und Alexandra Diethelm (34) nachdenklich gestimmt. Ihr jüngster Sohn Elias ist nur wenige Monate älter als der getötete Jannis. Die Familie lebt mit ihren beiden Hunden, Amstaff-Mix Akis (4) und der Französischen Bulldogge Lenny (1), im beschaulichen 1872-Seelen-Dorf Arni AG. Mit Akis haben auch sie einen Kampfhund in der Familie. «Es kommt auf die Haltung und nicht auf den Hund an», ist Kampfhundbesitzer Kurmann überzeugt. 

«Für viele sind Kampfhunde eine Schwanzverlängerung»

Der kleine Elias sitzt auf dem Boden im Wohnzimmer der 120-Quadratmeter-Wohnung seiner Eltern. Ein breites Lachen auf dem Gesicht, neben ihm Amstaff-Mischling Akis. Der kastrierte Rüde wirkt ruhig und gelassen – von Anspannung keine Spur. Eine heikle Situation zwischen den beiden habe es noch nie gegeben, sagt Diethelm. 

Im Gegenteil: «Akis ist wie ein grosser Bruder für Elias.» Einer mit Beschützerinstinkt. In der Nacht, wenn Elias in seinem Bettchen schreit, läuft Akis ins Elternschlafzimmer, um sie zu wecken. Und auch er brauche manchmal seine Ruhe: Wenn er nicht mit dem Kind balgen will, zieht Akis sich in sein Körbchen zurück.   

Hundehaltung bedeutet Verantwortung. Lukas Kurmann stimmte 2008 deshalb für eine Verschärfung des Hundegesetzes, aus gutem Grund. «Nicht jeder sollte so einfach einen Hund halten dürfen – insbesondere Listenhunde.» Der 28-Jährige ist überzeugt: «Für viele sind Kampfhunde eine Schwanzverlängerung, weil sie sich einen Sportwagen nicht leisten können.»

Im Herbst 2015 adoptiert das noch kinderlose Paar den eineinhalbjährigen Akis und rettet ihn so aus einer ungarischen Tötungsstation. Im Mai 2017 kommt Söhnchen Elias zur Welt. Akis einfach wegzugeben, kam für das Paar allerdings nicht infrage.

«Einen Listenhund zu halten, bedeutet viel Arbeit» 

Sie suchten sich eine Hundetrainerin, um sich auf das gemeinsame Leben mit Kampfhund und Kind unter einem Dach vorzubereiten. «Einen Listenhund zu halten, bedeutet viel Arbeit», sagt Kurmann, der als Heizungsmonteur viel unterwegs ist. In der Früh macht er die obligatorische Morgenrunde mit Akis, dann übernimmt seine Partnerin.

Mutter Alexandra ist seit der Geburt von Söhnchen Elias zu Hause. «Wir investieren viel Zeit in die Hundeerziehung. Er braucht klare Regeln, aber auch viel Lob», sagt sie. «Nebst Elias haben wir unser Leben ganz den Hunden verschrieben.»

«Ich habe viel Vertrauen in Akis, dass er Elias nichts tut»

Mehrmals täglich ist das Paar mit ihnen draussen. Einmal die Woche geht Kurmann zudem mit dem Amstaff-Mix ins Hundetraining – freiwillig. «Wenn man einen Kampfhund hat, ist es wichtig, dass er gut sozialisiert und ausgelastet ist.»

Eine derartige Tragödie wie in Bad König ist für die Eltern unvorstellbar. «Unser Akis ist keine Bestie. Er ist ein absoluter Familienhund», sagt Lukas Kurmann. Mutter Alexander stimmt ihrem Partner zu: «Ich habe so viel Vertrauen in Akis, dass er Elias nichts tut.» Bisher ist nichts passiert. Trotzdem: Die Eltern bleiben wachsam.

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