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Besonders Katzen und Hunde leiden: Auch Haustierbesitzer sind oft Tierquäler

Gequält werden in der Schweiz nicht nur Nutztiere wie in Hefenhofen TG. Auch Haustiere führen nicht überall ein schönes Leben.

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Fette Katze: Zu viel Liebe macht Haustiere krank.  Getty Images

Auch Haustiere haben oft ein schweres Los: Die Hälfte aller Schweizer Tierschutzfälle betreffen Katze & Co. Meist geht es um Hunde, die nicht ausgeführt oder schlecht gepflegt werden. Nicht illegal, aber ebenso qualvoll ist die übertriebene Tierliebe. Sie zeigt sich oft darin, dass Haustiere überfüttert werden, weil der Halter den bettelnden Hundeaugen oder dem Miauen nicht widerstehen kann.

Dicke Tiere sind nicht glücklich

Christoph Kiefer, Präsident der Gesellschaft Schweizer Tierärzte, beobachtet diesen Egoismus immer wieder: «Halter tun nicht den Tieren, sondern bloss sich selber etwas Gutes, wenn sie ihre Tiere ständig füttern.» Denn dicke Haustiere leiden unter den gleichen Krankheiten wie übergewichtige Menschen: Zuckerkrankheit, Gelenk- und Kreislaufbeschwerden.

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Trotzdem werden die Haustiere immer dicker. Übergewichtige Hunde und Katzen sind in Tierarztpraxen bereits trauriger Alltag. Mittlerweile gibt es schon Ernährungsberater, die auf Hunde und Katzen spezialisiert sind.

Tierarzt Kiefer kennt zudem Halter, die ihren Katzen nur das verfüttern, was sie selber auch gern essen. In einem Fall landeten darum im Katzen-Napf nur noch Entrecôte und Filet. Auch das macht die Katze krank.

 

Viele warten zu lange, bis sie ein leidendes Tier erlösen

Leiden müssten Haustiere oft auch, wenn sie krank und der Besitzer sie nicht erlösen will, weil er sich nicht trennen kann.

Das komme besonders häufig bei Nierenleiden vor, sagt Kiefer. Denn im Gegensatz zum Menschen gebe es für Hund und Katze weder Dialyse noch Nierentransplantation. Nützten die Medikamente nichts, müsse das Tier erlöst werden. Aus Angst vor dem Verlust würden die Tierbesitzer damit oft viel zu lange warten – wiederum zum Leid des Tiers.

Hacky lebt!

Mit BLICK sprach die Anzeigeerstatterin erstmals über ihre Fotos vom Quälhof von Hefenhofen TG. Die Aufnahmen der jungen Heldin führten dazu, dass Ulrich K.* aus dem Verkehr gezogen wurde. Der Druck der Öffentlichkeit zwang die passiven Thurgauer Behörden zum Eingreifen. Im Gespräch mit BLICK bat sie andere Kantone um Mithilfe, da noch immer viele Pferde verschwunden seien. «Von meinem Pflegeross Hacky fehlt ebenfalls jede Spur», sagt sie.Mittlerweile hat sich das geändert: «Ich habe ihn in Bern gefunden. Es geht ihm gut», sagt die Frau glücklich. Sie habe das Tier unter den 93 beschlagnahmten Pferden im Militär-Kompetenzzentrum in Schönbühl BE entdeckt. Dort werden diese von Fachkräften gehegt und gepflegt. Wie es mit Hacky weitergeht, könne sie momentan nicht verraten. Sie wolle sich für die nächste Zeit aus der Öffentlichkeit zurückziehen, um ein wenig Ruhe haben.

*Name der Redaktion bekannt

Sie sagten nichts, sie sahen nichts, sie hörten nichts

Andreas Diethelm

Das Büro von Andreas Diethelm (47) liegt schräg gegenüber vom ­Quäl-Hof. Trotz der wenigen Meter Distanz will der Gemeindepräsident die Quälereien all die Jahre nicht mitbekommen haben. Die beiden ­Männer haben eine Vorgeschichte: Einst drückten sie zusammen die Schulbank. Man kennt sich seit Kindheitstagen. Zu BLICK sagt Diethelm letzte Woche: «Ich habe mit Herrn K. ein gutes Einvernehmen und kann den Hof jederzeit besuchen.» Manche Einheimische nennen das schlicht Freundschaft. Diethelm will in seiner fünfjährigen Amtszeit «nur ein oder zwei Hinweise» auf die Quälereien erhalten haben. Bei Recherchen von BLICK Ende Mai kam der Verdacht auf, dass er K. gewarnt haben könnte. Erhärten liess sich dies allerdings nicht. Bei ihm herrscht nun Funkstille. «Ich gebe in dieser Sache vorerst keine weiteren Statements mehr ab!», sagte er BLICK.

Paul Witzig

Kantonstierarzt Paul Witzig (62) will selbst im ganzen Mammut-Fall keine Fehler gemacht haben. Oder er sieht sie nicht ein. Auf eine entsprechende Frage antwortete er nach langem Zögern mit Nein. Trotz mehreren einschlägigen Verurteilungen von Ulrich K. scheiterte er kläglich an der Aufgabe, diesem die Tiere wegzunehmen. Nicht einmal die Umsetzung des letztlich ausgesprochenen Teil- Tierhalteverbots klappte. Weil Witzig letzte Woche noch in den Ferien weilte, musste die Beschlagnahmung der leidenden Tiere verschoben werden. Als endlich doch geräumt wird, färbt der Veterinär alles schön: Er habe «kein akutes Tierleid» angetroffen. Sekunden später sagt er, dass doch Tiere eingeschläfert werden mussten. Will Witzig mit Schönfärbereien seinen Kragen retten? Tierschützer Erwin Kessler (73) hat ihn nun wegen Amtsmissbrauch angezeigt.

Walter Schönholzer

Regierungsrat Walter Schönholzer (51) erbte den Fall von seinem Vorgänger. Und setzte im Umgang mit Ulrich K. auf faule Kompromisse. Unter der Verantwortung des FDP-Magistraten wurde auf die rechtliche Umsetzung des schon 2014 ausgesprochenen absoluten Tierhalteverbots gegen K. verzichtet. Eine verheerende Fehleinschätzung! Ausserdem winkte er durch, dass der Pferdezüchter nur noch von externen Kontrolleuren geprüft wird. «Ich konnte diese Besuche meinem Personal nicht zumuten.» Pikant: Die Kontrollen fanden stets nach mehrtägiger Voranmeldung statt. Wertvolle Zeit, in der K. tote Tiere verschwinden lassen konnte. Nach Bekanntwerden der Schock-Bilder am letzten Donnerstag sprach sich Schönholzer aus gegen eine Schliessung des Betriebs: «Den Hof dichtmachen? Dies würde für viele der Tiere den Tod bedeuten, denn eine kurzfristige Unterbringung wäre gar nicht möglich.» Schon tags darauf will der Regierungsrat doch den definitiven Entschluss zum Eingreifen gefällt haben.

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