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Bin ich zu alt fürs Koma-Glotzen?

Liebe Joëlle Erstmals habe ich den Ausdruck «Binge Watching» gehört. Ins Deutsche könne er mit «Koma-Glotzen» übersetzt werden und bezeichne die Manie, ganze TV-Serien in einem Zug am Computer zu konsumieren. Unter Jungen soll diese Manie weit verbreitet sein. Kannst du sie mir erklären? Für mich ist das sinnlose Zeitverschwendung. Wie kann man nach zehn «Sopranos» hintereinander noch aufnahmefähig sein? Oder bin ich zu alt, um das zu verstehen?

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Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
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Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch) play
Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch)

Lieber Herr Ramspeck

Wenn es um die «Sopranos» geht, kann ich «Binge Watching» tatsächlich nicht nachvollziehen. Bei «House of Cards» jedoch war ich ein Opfer. Ich schaute mir damals im Winter tatsächlich fast drei Staffeln innert eines Wochenendes an. Der Harndrang meines Hundes und mein eigener waren die einzigen Gründe, die mich alle paar Stunden aufstehen liessen. Vielleicht sind «Binge Watching»-Opfer die neuen Leseratten. Wer sich mit einem oder mehreren Büchern ein paar Tage verbarrikadiert, gilt zwar als besessen, jedoch in einem positiven Sinn, da es sich um Literatur handelt. Koma-Glotzern passiert jedoch eigentlich dasselbe, nur mit dem Unterschied, dass es sich beim TV-Schauen um eine passive Form des Konsums handelt, bei dem mehr Sinne stimuliert werden. Das erhöhte Suchtpotenzial ist demnach nachvollziehbar. Doch vergleiche ich das Gefühl des stundenlangen Lesens mit dem des stundenlangen Glotzens, fühlt man sich nach Letzterem irgendwie weichgeklopft, und trotzdem macht man weiter. Es geht dabei ab einem gewissen Punkt nicht mehr darum, eine TV-Serie zu geniessen, sondern nur noch darum, bis zum Ende durchzuhalten. Was toll anfängt, endet nach Stunden im Delirium.

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