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Choitschgi, Chätschgi, Chöitsch: Die Geschichte des Kaugummis

Du hast gedacht, Kaugummis sind ein Ding der Neuzeit? Weit gefehlt! Sie waren schon vor Tausenden Jahren in aller Munde.

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So kennen wir Kaugummis heute. Jährlich werden 100'000 Tonnen gekaut. play
So kennen wir Kaugummis heute. Jährlich werden 100'000 Tonnen gekaut. pixabay

Schon die Mayas kauten Choitschgi

Kaugummi hat eine lange Tradition. Schon 2000 Jahre vor Christus wusste man von der beruhigenden Wirkung des stetigen Kauens. Bereits bei den Mayas und später den Azteken war das Kauen von sogenannten «tzicli» oder «chictli» verbreitet. Sie fertigten sich Kaubällchen aus den Harzen verschiedener Bäume an.

Zu wenig Bäume

Ab etwa 1800 wurden in den USA Kaugummis aus dem Harz des Sapodilla-Baumes (Breiapfelbaum) hergestellt. Dieser wurde alle sechs bis acht Jahre angeritzt und das austretende Latex aufgefangen. Aufgrund der steigenden Nachfrage gab es um 1850 sogar einen Mangel an Sapodillabäumen. Danach stieg man auf Kaugummis mit künstlich erzeugter Grundmasse um.

 

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Erste "Kaugummis" aus Birkenpech mit Zahnabdrücken. denkmalpflege-bw.de

Pfefferminz kam später

Obwohl sich fortan verschiedene Leute am Kaugummigeschäft versuchten, dauerte es bis 1871, bis Kaugummi in grösseren Massen produziert wurde. Der New Yorker Fotograf und Erfinder Thomas Adams kam als erster auf die Idee, Kaugummi, bisher nur als unförmige Kugeln erhältlich, in Streifen zu schneiden. 1871 kam sein erstes Produkt auf den Markt: der geschmacklose «Adams’ New York Gum No. 1», der für einen Penny in diversen New Yorker Drogerien verkauft wurde - erfolgreich! Später unternahm Adams einige Versuche zur Geschmacksverbesserung. Der daraus resultierende «Black Jack», ein Kaugummi mit Lackritzgeschmack, verkaufte sich anschliessend fast ein Jahrhundert lang. Der heute beliebteste Geschmack, Pfefferminz, wurde übrigens erst später entwickelt.

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Der legendäre Lackritzkaugummi "Black Jack" brandsandfilms.com

Die Ära Wrigley

Mit 29 Jahren kam William Wrigley Jr. auf die Idee, selber Kaugummi zu produzieren. Seine ersten Produkte, die er herstellte (Seife und Backpulver) vergass er schnell und tüftelte ab 1890 an verschiedenen Kaugummirezepturen herum. 1893 stellte er die ersten Kaugummis mit der Geschmacksrichtung «Juicy Fruit» her, die schnell zur beliebtesten Sorte Amerikas wurden. Noch im gleichen Jahr folgte «Wrigley's Spearmint» - ebenfalls ein Verkaufsschlager.

Woher der Erfolg? William Wrigley Jr. zeichnete sich durch kreative Werbemethoden aus. Er sandte allen Bürgern, die im Telefonverzeichnis eingetragen waren, vier Streifen Kaugummi zu. Das waren damals immerhin schon 1,5 Millionen Menschen! Vier Jahre später wiederholte er die Aktion und versandte dieses Mal bereits an 7 Millionen Menschen Gratisproben.

1920 liess er das «Wrigley Building» in Chicago bauen, welches später zu einem Wahrzeichen Chicagos wurde. Mit diesem Gebäude legte er den Grundstein für die spätere Expansion seines Unternehmens.

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William Wrigley Jr. / Wrigley Building in Chicago / Die 3 bekanntesten Kaugummis aus dem Hause Wrigley chewingum.com / pixabay / Pinterest

Nur für das Proletariat?

Nicht alle freuten sich über den regen Zuwachs an Kaugummi-Kauern. 1903 bildete sich in gewissen Teilen der USA eine regelrechte Widerstandbewegung. In der «High-Society» wurde das Kauen verpönt und als ekelhafte Angewohnheit bezeichnet. Doch Kaugummis waren schon zu weit verbreitet, um sie verschwinden zu lassen.

In Europa wurde Kaugummi erst durch amerikanische Soldaten, die nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland stationiert waren, beliebt. Die ersten deutschen Marken wie OK, Pulmoll und Americana kamen in dieser Zeit auf.

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Ein amerikanischer Soldat verteilt Mitbringsel aus der Heimat Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz

Wrigley immer noch top

Heute werden jährlich 100'000 Tonnen Kaugummi gekaut und die Kaugummi-Industrie ist 19 Milliarden Dollar schwer. 35 Prozent aller Kaugummis wird heute von Wrigley's produziert.

Entgegen einer altmodischen Behauptung verklebt Kaugummi beim Verschlucken nicht den Magen. Nachdem der Kaugummi den Dünndarm passiert hat, wurden alle verdaulichen Stoffe, wie beispielsweise Zucker, herausgelöst und die unverwertbare Kaumasse wird wieder ausgeschieden. Übertreibt man es nicht, bringt das ständige Kauen sogar einige Vorteile mit sich: Es soll einen positiven Einfluss auf die Stressbewältigung und die Aufmerksamkeit haben. Übermässiges Kauen kann jedoch auch zu Blähungen führen.

Ein Gummi für alles

Heutzutage gibt es schon eine ganze Fülle an Dingen, die mit Kaugummi bekämpft werden können. So gibt es mittlerweile Kaugummis, die: die Regeneration der Zähne unterstützen, beim Nikotinentzug helfen, Zahnverfärbungen vorbeugen und die Zähne weisser machen und sogar welche, die gegen Übelkeit wirken. Nicht schlecht, was die kleinen Dinger mittlerweile alles können!

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