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Christliche Nächstenliebe: «Uns war sofort klar, dass wir helfen müssen»

Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist nimmt eine Flüchtlingsfamilie auf. Heute treffen die Syrer im Niederdorf ein.

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Die schmucke Altstadtwohnung liegt im Oberdorf direkt hinter dem Grossmünster. Dort, wo Zwingli einst lebte, zieht heute eine dreiköpfige Kurden-Familie mit einer siebenmonatigen Tochter ein, die den Status «anerkannte Flüchtlinge» hat. «Wir wurden auf die Platzprobleme in verschiedenen Asylunterkünften aufmerksam», sagt Pfarrer Christoph Sigrist. «Da war uns sofort klar, dass wir helfen wollen. Schutzbedürftige aufzunehmen liegt in der langen Tradition unserer Kirchgemeinde.» Schon andere Verfolgte seien in früheren Jahrhunderten in dieser Notwohnung willkommen geheissen worden: Verfolgte Hugenotten, geflüchtete ungarische Pfarrer und in den 90er-Jahren auch vertriebene Kosovaren und hilfesuchende Sans-Papiers.

Freiwillige werden sich um die Familie kümmern.

Sigrist tut dies aus Nächstenliebe – dass es sich bei der Familie nicht um Christen handelt, stört ihn keineswegs. «Christliches Helfen hat nicht die Bekehrung zum Ziel, sondern der Ausgangspunkt des Helfens ist die Not der Nächsten.» Er nehme sich ein Beispiel am barmherzigen Samariter.

Christoph Sigrist will die Familie in die Kirchgemeinde integrieren. «Wir haben viele engagierte Freiwillige, die sich um unsere Flüchtlinge kümmern werden.» Die Syrer werden etwa einen Deutschkurs des Solidaritätsnetzes Zürichs besuchen. Am Dienstag werden sie jeweils am öffentlichen Mittagessen in der Kirchgemeinde teilnehmen, um Kontakte zu knüpfen. «Es trifft sich auch gut, dass der Ehemann in Syrien Koch war. Er möchte auch hier seine Fähigkeiten wieder einsetzen.»

Am 31. August lädt Christoph Sigrist zur Gesprächsrunde «Asylpolitik-Kontrovers» mit Mario Fehr, Jürg Trachsel und Balthasar Glättli ein. Mehr Infos unter www.grossmuenster.ch.

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