Finde den folgenden Gegenstand beim Surfen auf Blickamabend.ch und gewinne tolle Preise!
Suche starten
Du hast den Gegenstand gefunden! Klicke auf Mitmachen und nehme am Gewinnspiel teil.
Mitmachen

Der Fall erinnert an den Postauto-Bschiss: Haben auch die SBB Millionen-Gewinne versteckt?

Laut einem Vorabbericht des «Beobachters» fuhren die SBB mit der hoch subventionierten Bahnpolizei zwischen 2002 und 2008 Gewinne in Millionenhöhe ein. Und das, obwohl dieser Bereich laut Bahn eigentlich keine Gewinne machen durfte.

, Aktualisiert 40 Reax , 699 Views
teilen
teilen
0 shares
play
Bahnpolizisten am Bahnhof Aarau AG im Jahr 2007. SBB

Dieser Fall erinnert an den Postauto-Skandal: Zwischen 2002 und 2008 fuhren die SBB mit der hoch subventionierten Bahnpolizei – der damaligen SBB-Tochter Securitrans – «ansehnliche Betriebsgewinne» ein. Obwohl dieser Bereich eigentlich keine Gewinne abwerfen durfte.

Im Verwaltungsrat von Securitrans war von «versteckten Gewinnen» zulasten der Kantone die Rede. Das geht aus einem «Beobachter»-Bericht hervor, der Auszüge eines belastenden E-Mails erhält.

In sieben Jahren sollen rund 30 Millionen Franken aus der Securitrans an die Eigner abgeflossen sein, 19 Millionen Franken an die SBB und 11 Millionen an den Sicherheitskonzern Securitas, wie dem Magazin vorliegende Geschäftsunterlagen zeigen.

Die SBB bestreiten gegenüber dem «Beobachter», dass es Ungereimtheiten gab: «Wir gehen heute davon aus, dass die damals gültigen Vorschriften eingehalten wurden.» 

Füglistaler soll in Securitrans-Fall verwickelt sein

Pikant: An vorderster Front am Securitrans-Konstrukt beteiligt soll Peter Füglistaler gewesen sein. Dieser ist heute Chef des Bundesamts für Verkehr BAV und oberster Enthüller der unzulässigen Umbuchungen bei Postauto. Bis 2010 sass er für die SBB im Verwaltungsrat der Securitrans, die er mitgegründet hatte.

War früher im Securitrans-VR: BAV-Chef Peter Füglistaler. play
War früher im Securitrans-VR: BAV-Chef Peter Füglistaler. Keystone

Auch Füglistaler weist die Kritik zurück: Er habe als Mitglied des Securitrans-Verwaltungsrats in keiner Weise versucht, versteckte Gewinne zu machen, die auf Kosten der Abgeltungen im regionalen Personenverkehr gingen. «Die Securitrans war nicht an der Offertenstellung der SBB für den Regionalverkehr beteiligt und hat nie irgendwelche Subventionen bezogen», zitiert ihn der «Beobachter». Falls jemand es wünsche, dass die Eidgenössische Finanzkontrolle die Vorgänge untersuche, würde er das begrüssen.

BAV-Sprecher Andreas Windlinger zu BLICK: «Es liegt keinerlei Ähnlichkeit zum Fall Postauto vor. Die Vorwürfe des ‹Beobachters› treffen nicht zu. Die erwähnten Kritiken wurden bereits damals von der SBB intern und extern abgeklärt und als nicht stichhaltig beurteilt. Die Rechtmässigkeit des Vorgehens wurde bestätigt.» 

Laut Windlinger gingen die damaligen Finanzflüsse nicht zulasten der Kantone. Vielmehr seien die Überschüsse der Bahnpolizei (zum Beispiel Royalities) vollumfänglich an die SBB-Division Personenverkehr zurückgeflossen. «Damit konnte SBB-Personenverkehr mit den Kantonen korrekte Vereinbarungen zum regionalen Personenverkehr abschliessen.»

Heutiger Securitas-Präsident schweigt

Gemäss dem «Beobachter» vorliegendem Mail vom 27. August 2008 an den Securitrans-Präsidenten Hans Winzenried schrieb Vize-Präsi Peter Lehmann von der «leidigen Geschichte mit den versteckten Gewinnen». Er nannte das «Kantonsproblematik». Laut des Mails machte Securitrans die «heimlichen Gewinne» mindestens zwischen 2002 und 2004. Sprich in den ersten zwei Jahren nach der Firmengründung.

Der Empfänger des Lehmann-Mails, Hans Winzenried, ist heute Verwaltungsratspräsident des verschwiegenen Familienunternehmens Securitas mit einem jährlichen Umsatz von über einer Milliarde Franken. Fragen des «Beobachters» zum damaligen Mailverkehr mit Lehmann sowie zum Ertrag aus dem Securitrans-Engagement wollte Winzenried nicht beantworten. (uro)

Wie findest du den Artikel?

Unsere Leser empfehlen

Meist gelesen

Newsletter

Erhalte die besten Geschichten täglich per E-Mail Newsletter Abonnieren