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Diese Ausländer lernen Baseldeutsch: «Salli zämme!»

Sie wollen ihre Gäste verstehen oder mitkriegen, was in der Familie besprochen wird. Darum büffeln sie Schweizerdeutsch.

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Der Engländer Garry Bonsall (47) hat es nicht einfach. Er will unbedingt Baseldeutsch lernen. Doch was heisst jetzt schon wieder «Siidebolle»? «Niedliches Kind», erklärt Monika Georg, Baseldeutsch-Lehrerin an der Sprachschule der Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige in Basel. 40 Schüler aus aller Welt büffeln hier eine Stunde pro Woche Mundart. «Die Teilnehmerzahl hat sich in den letzten Jahren verdoppelt», sagt die Lehrerin.

Bonsall begrüsst seine Klassenkameraden mit «Salli zämme» und «Göömer denn no go käffele?». Der Zahnarzt lebt seit drei Jahren in Basel, hat hier eine Praxis: «Ich will Schwiizerdütsch lernen, damit ich Teil der Schweiz bin. Wenn ich Hochdeutsch spreche, werde ich immer als Ausländer wahrgenommen.»

Auch Gloria Stricker (42) kennt das Problem. Die Hausfrau aus Hongkong ist mit einem Schweizer verheiratet und lebt seit einem Jahr in Basel. «Wenn ich mit meinem Mann Dialekt spreche, dann dauert alles fünfmal länger – aber ich will unbedingt Baseldeutsch lernen, denn oft verstehe ich nicht, was meine Familie bespricht», sagt sie.

In allen grossen Schweizer Städten bieten Sprachschulen mittlerweile Mundartkurse an. Der Grund für das Interesse am Schweizer Dialekt: «Wir spüren einen Anti-Globalisierungs-Trend», sagt Kursleiterin Georg. Immer mehr gut ausgebildete Ausländer und deren Ehepartner wollen die Schweizer Kultur kennenlernen. «Unsere Schüler möchten lieber Basler Läckerli probieren, anstatt zu McDonald’s zu gehen», sagt sie.

Oft schreiben sich die Teilnehmer aber auch aus rein praktischen Gründen ein, so wie Milza Wehrli (41) aus Brasilien. «Ich arbeite in einer Bar. Um die Gäste besser zu verstehen, habe ich mich für den Kurs angemeldet», sagt sie. Als Voraussetzung für den Kurs müssen die Schüler ein bisschen Hochdeutsch sprechen.

«Heisst es nun Basler Minschter oder Münschter?», fragt eine Japanerin. «Beides ist möglich. Münschter sagt eher die jüngere Generation», erklärt Monika Georg.

Trotz der Paukerei und der Hausaufgaben soll der Kurs auch Spass machen. «Die Schüler lachen viel», sagt die Lehrerin, «auch über ihre eigenen Fehler.»

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