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Dieter Müller (40) wegen fehlgeschlagenem Drogen-Coup vor Gericht: Posträuber, Gras-Gangster und jetzt auch noch Koks-Dieb

ST.GALLEN - Zusammen mit fünf Komplizen raubte er 1997 die Fraumünsterpost in Zürich aus und erbeutete 53 Millionen Franken. Schlagzeilen machte Dieter Müller (40) zuletzt mit einem Brutalo-Überfall auf eine Hanfplantage in Altstätten SG. Jetzt ist klar: Im Juni 2015 misslang ein weiterer Coup.

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Fussfesseln, massive Polizeipräsenz, sogar Beamte in schusssicheren Westen. Wieder einmal steht Posträuber Dieter «Didi» Müller (40) vor Gericht. Wegen eines Überfalls auf einen Drogendealer in Wettingen AG muss er gestern vor den Richtern des Kreisgerichts Rheintal in St. Gallen antraben. Im Saal zeigt er sich von der freundlichen Seite, umarmt Familienangehörige innig. «Ich habe erst jetzt eingesehen, was für eine gute Seele ich habe», sagt Müller dazu.

«Weissbrot» wird zum Verhängnis

Seine brutale Seite zeigt er letztmals unmittelbar vor seiner Verhaftung. Am 30. Juni 2015 überfiel er mit drei Komplizen den lokalen Drogenbaron Daniel H.* in Wettingen AG. Davor hatte er sich im Tessin versteckt, bis ihm das Geld ausging. Grund: sein hoher Kokainkonsum. Irgendwann kam von einem Kumpel per SMS ein Auftrag. Die  Beute schmeckt Müller: Es ist «ein Kilo Weissbrot», der Szene-Codename für Kokain. Der Fraumünsterräuber fackelte nicht lange und sagte zu.

Erfolgreiche Geheimfahndung

Zunächst schien der Plan aufzugehen: Müller und seine Komplizen überraschten den Drogendealer – und füllten ihre Taschen. Sie erbeuteten ein Kilogramm Heroin, 46 Gramm Kokain und zwei Pistolen. Alles ging gewaltlos über die Bühne. «Schnell rein, schnell raus – keine grosse Sache», sagt Müller gestern. Aber: Kaum sass er am Steuer des Fluchtwagens, klickten die Handschellen. Eine Strassensperre bereitete der Flucht ein jähes Ende.

Denn: Müller stand zu diesem Zeitpunkt schon unter Geheimüberwachung der Fahnder. Die St. Galler Staatsanwaltschaft ermittelte bereits wegen des Brutalo-Überfalls auf eine Hanfplantage in Altstätten SG gegen ihn (BLICK berichtete). Vier Monate vor der Tat in Wettingen AG soll er dort zwei Wachmänner (36 und 44 Jahre alt) mit Schüssen aus einer Schrotflinte schwer verletzt haben. Zusammen mit fünf weiteren Männern muss er sich dafür nächste Woche wieder vor dem Kreisgericht Rheintal verantworten. Dem Traum von einem Leben in Freiheit, mit neuem Namen und neuer Identität, stehen wohl mehrere Jahre Gefängnis im Weg.

* Name der Redaktion bekannt 

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