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Europa-Ferien sind massiv teurer geworden: Darum schwächelt der Franken gegenüber dem Euro

Ein Euro kostet schon 1.19 Franken. Das ist fast so viel wie vor dem Frankenschock Anfang 2015. Dafür gibt es mehrere Gründe – unter anderem Donald Trump. Und: Das Ganze hat auch für Ihr Portemonnaie folgen.

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Ob auf Mallorca oder in Berlin: Die Jahre 2015, 2016 und 2017 waren für Schweizer im Europa-Urlaub paradiesisch günstig. Noch nie seit der Einführung des Euro im Jahr 2002 war der Franken gegenüber der Gemeinschaftswährung so stark. Nachdem die SNB die 1.20-Franken-Bindung an den Euro am 15. Januar 2015 aufgelöst hatte, lag der Kurs konstant unter dieser Grenze. Weit darunter.

Jetzt jedoch hat der Franken gegenüber dem Euro im letzten Jahr massiv an Wert verloren. Lag der Kurs vor genau einem Jahr noch bei 1.066 Franken pro Euro, beträgt er jetzt 1.19 und kratzt am Wert von vor dem SNB-Schock. Allein in den letzten zwei Monaten ist der Euro fast drei Rappen teurer geworden. Ein Ende des Steigflugs ist nicht in Sicht.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) geht in einer aktuellen Analyse davon aus, dass der Euro gegenüber dem Franken nicht nur kurzfristig, sondern auch mittelfristig stärker wird. Ein Kursziel gibt die ZKB aber nicht bekannt. Erst ein Fall unter 1.15 Franken, wo auch das Zwischentief der vergangenen Monate verlaufe, würden den mittelfristigen Aufwärtstrend des Euro beenden.

Die Ökonomen von Swiss Life erwarten bis Ende Jahr eine Abschwächung des Frankens auf 1,22 Franken/Euro.

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Alleine in zwei Monaten ist der Euro-Franken-Kurs von unter 1.16 auf fast 1.19 hochgeschossen.  Infografik

Unterschiedliche Folgen

Die Folgen für die Schweizer Bevölkerung sind zweischneidig. Einerseits jubeln alle, die in der Export-Branche arbeiten. Ein billiger Franken bedeutet gute Chancen auf den internationalen Märkten. So wurde zum Beispiel gerade am vergangenen Donnerstag bekannt, dass die Laune unter den exportierenden KMU in der Schweiz so gut ist wie noch nie, seit die Förderorganisation Switzerland Global Enterprise im Jahr 2010 mit der Themen-Befragung begonnen hat.

Andererseits schlägt das Ganze auch negativ auf die Portemonnaies. Nämlich für all jene, die Ferien in Europa machen. Angenommen, man plant für dieses Jahr die gleichen Europa-Ferien wie im Vorjahr, dann kosten diese im Moment über elf Prozent mehr. Glaubt man einer letztjährigen Umfrage der Flug-Suchmaschine Momondo, geben 36 Prozent der Schweizer Haushalte mehr als 3000 Franken für die Sommerferien aus. Da sind elf Prozent also eine Menge Holz.

Ein Grund heisst Trump

Wie konnte es aber überhaupt zu dieser massiven Entwertung des Frankens innert weniger Monate kommen?

Der Grund ist vor allem die Stabilität im Euroraum. Die europäische Wirtschaft brummt wieder und kommt nach den Krisen-Jahren endlich wieder auf die Beine. Die stabile politische Situation mit Macron und Merkel – Italien ist die Ausnahme, aber nicht matchentscheidend – trägt das ihrige dazu bei. 

Hinzu kommt aber ein neuer Faktor: Früher flüchteten Investoren aus der ganzen Welt bei jeder geopolitischen oder geoökonomischen Unsicherheit in den Franken. Dieser galt als «sicherer Hafen», der bei jeder Fluchtwelle stärker wurde.

Nicht so in der aktuellen Krise: Die USA haben russische Oligarchen und Firmen sanktioniert, indem sie unter anderem deren Gelder einfrieren. Als Folge zogen diese viele Gelder aus der Schweiz ab – wohl, um flüssig zu bleiben, statt sie bloss hierzulande zu parkieren. Das berichtete das Portal Bloomberg. Kommt hinzu, dass viele Schweizer Firmen über den Umweg Russland von den Sanktionen betroffen waren. Am prominentesten sind dabei Sulzer und OC Oerlikon, bei denen Oligarch Viktor Vekselberg (61) ein wichtiger Investor ist (BLICK berichtete). (kst)

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