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Fix zur Gesellschaft: Wenn Leute immer deinen Namen verkacken

Unsere Autorin hat einen einfachen Nachnamen mit vier Buchstaben, und doch versteht ihn niemand. Heissen Sie auch immer anders?

, Aktualisiert 199 Reax , 1'323 Views
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Er ist so einfach. So kurz. So klar. Und doch beschert er mir auf der ganzen Welt Probleme. Insbesondere am Telefon. Ich versteh es einfach nicht. Da gibt es die kompliziertesten Namen, und genau meiner soll für Verwirrung sorgen? Sie können sich nicht vorstellen, was auf Tischen, Kundenkarten und Briefen alles schon für Namen standen.

Ich war 13 und im Zug Richtung Grenoble. Ganz allein sollte ich drei Wochen lang bei einer Familie «habiter». Der Zug wurde immer langsamer, ich blickte aus dem Fenster, und da stand eine fünfköpfige Familie mit dem Schild «Alexandra Ritz». Ich war traurig, bevor ich ankam. Richtig warm wurde ich mit der Familie nicht. Ich glaube heute noch, es lag am mangelnden Respekt gegenüber meinem Namen.

Wenn im Restaurant auf dem Tisch ein Kärtli liegt mit Alexandra Sitz, ist das ja amüsant. Filz auf der Kundenkarte eines Möbelgeschäfts ist passend, aber ganz schön frech. Vielleicht rührt daher meine Abscheu gegenüber Kundenkarten. Auf Briefen lautet mein Nachname mehrheitlich Fritz. Das ist so einfallslos, aber es ist mit Abstand die einfachste Eselsbrücke für meinen Namen. Denn die vielen Erlebnisse zwangen mich, den Menschen am anderen Ende der Leitung meinen Namen so einfach wie möglich zu vermitteln. Dieses Buchstabieren, E wie Emil, A wie Apfel, fand ich immer schon seltsam kompliziert. Man denkt noch an Emil aus dem Kindergarten mit der eingetrockneten Rotznase, geht es plötzlich um Äpfel. Das soll einer mal noch schnallen. Daher ist mein Standardspruch: «Fitz wia Fritz, afach ohni r!» Meine Kollegen amüsiert das köstlich. Ich glaube, weil ich es auch recht harsch sage.

Ein einziges Mal war ich selbst verantwortlich für ein Problem mit meinem Namen. Ich war Praktikantin bei der NZZ und erhielt ein E-Mail. Es begann mit «Sehr geehrte Frau Futz». Wie bitte? Ich war fassungslos. Als ich hinunterscrollte, um mein versendetes E-Mail zu lesen, stand da: «Mit freundlichen Grüssen Alexandra Futz». Ich schwöre, ich bin abgerutscht. Gucken Sie doch, das U liegt auf der Tastatur gleich neben dem I. Ich rief den Herrn an und sagte leise: «Ich heisse Fitz und nicht Futz.» – «Entschuldigen Sie, Frau Futz, ich hab Sie nicht verstanden», sagte der Mann. Ich schrie nun ins Telefon: «Ich heisse Fitz und nicht Futz!»

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