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Gab es früher auch schon Food-Trends?

Lieber Herr Ramspeck Ich habe diese Woche vom Clean-Eating-Trend erfahren. Dessen Anhänger streben eine natürliche, nicht mit Zusatzstoffen angereicherte Ernährung an. Im Grossen und Ganzen ja eine schöne Sache. Warum muss aber daraus eine derart absolute Bewegung werden? Mich dünkt es, dass unsere Gesellschaft sich ständig neue Lebensformen aufzwingt, anstatt sich einfach auf eine ausgewogene Mitte zu einigen. War das zu Ihrer Zeit auch schon so?

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Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch) play
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Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
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Liebe Joëlle

Gewiss, das war schon ein Aufreger, der Bestseller «Sorge dich nicht – lebe!», den der Amerikaner Dale Carnegie 1948 auf den Markt warf. Und vierzig Jahre später «Iss dich schlank» von Rosemary Conley – da gab es von Zeit zu Zeit Bücher, deren Autoren uns unbeholfenen Wesen unter die Arme griffen. Und Rezepte anboten, die uns ein besseres und gesünderes Leben verhiessen. Doch der Rhythmus, in dem diese Bücher erschienen, ist nicht zu vergleichen mit dem Stakkato, mit dem uns Lebenshilfe heute überflutet. Magazine, die früher auf Glamour setzten, bevölkern jetzt ihre Titelseiten mit Ratgeber-Themen, als wären wir alle nicht mehr in der Lage, im Alltag unsere Vernunft zu gebrauchen. Vor mir liegt zufällig ein Buch, das mich anleiten will, mein Selbstbewusstsein auf einen höheren Stand zu heben. Ich werde dieses Buch nicht lesen – nicht weil ich schon genügend Selbstbewusstsein habe, sondern weil vielleicht übermorgen jemand eine noch bessere Methode erfindet, wie ich mich stolzgeschwellter durch mein Dasein bewege. Einmal hörte ich, Eier seien überhaupt das Gesündeste. Kurz darauf, man könne ausser Eiern alles essen. Nein, liebe Joëlle, das war zu «meiner» Zeit definitiv nicht so.

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