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Ist der Zufalls-Generator schuld? Deutschen Pass gibts nur mit Hitler

LANGENTHAL/BERLIN - Ohne Hitler kein Termin beim Auswärtigen Amt. Ein Heimweh-Deutscher muss mit dem Namen des Diktators ausgerechnet seine Menschlichkeit verifizieren.

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Ein fragwürdiges Captcha beim deutschen Auswärtigen Amt. play
Ein fragwürdiges Captcha beim deutschen Auswärtigen Amt. 8989 Leserreporter

Seit zehn Jahren lebt Sascha J.* in der Schweiz. Am Telefon antwortet er bereits auf Schweizerdeutsch, doch im Herzen ist er Deutscher geblieben. Nur diese Woche hat er sich fast ein bisschen für seine Herkunft geschämt. «Ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll.»

Beim Captcha hält er inne

Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes will er am Mittwochnachmittag einen Termin für die Verlängerung seines deutschen Personalausweises beantragen. Er klickt sich durch die Antragsformulare bis zur Eingabe des Captcha. Dann hält er inne.

In schwarzen Lettern auf weissem Hintergrund liest er das Wort Hitler.

Das Captcha dient der Sicherheit. Damit wird geprüft, ob tatsächlich ein Mensch hinter der Onlineanfrage steht. Eine Maschine könnte das Passwort nicht erkennen und ins dafür vorgesehene Feld eintippen.

«Was kommt als nächstes?»

Dass zum Verifizieren der Menschlichkeit ausgerechnet der Name des deutschen Diktators verwendet wird, ist für J. unverständlich. Trotzdem tippt er das Wort ab, verzichtete darauf, einen neuen Code anzufordern. «Ich dachte mir, was kommt als nächstes? Rommel, Pegida oder sonst etwas mit fremdenfeindlichem Geschmäckle?», so der Heimweh-Deutsche.

«Warum sie beim Auswärtigen Amt keine Ausschlussliste für gewisse Buchstabenkombinationen haben, kann ich mir nicht erklären.»

Blick.ch fragt beim Auswärtigen Amt nach. «Der Zufallsgenerator erzeugt eine Buchstabenfolge mit einer bestimmten Länge und führt in der Regel zu sinnentleerten Kombinationen», heisst es in der schriftlichen Stellungnahme. «Aus unserer Sicht lässt sich nicht verifizieren, ob es sich bei der übermittelten Datei um eine Fotomontage handelt.»

Ein Vorwurf, den Leserreporter J. klar von sich weist: «Mit diesem Scheusal macht man keine Scherze!»

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