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Kritik an «Knock on Roof»: Umstrittene Warnmethoden der israelischen Armee

Die palästinensische Nachrichtenagentur Watania News Agency hat ein Video veröffentlicht, das den «Warnschuss» vor einem Raketenangriff des israelischen Militärs zeigt.

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«Knock on Roof»

Über 200 Menschen sind im Gazastreifen seit Beginn der jüngsten israelischen Militäroffensive getötet worden. Gemäss dem UNO-Hilfswerk handelt es sich bei drei Viertel der Opfer um Zivilisten. Dies, obwohl das israelische Militär beteuert, über ein System zu verfügen, das Zivilisten vor Raketenangriffen schützen soll.

Wie gut dieses Warnsystem funktioniert, ist jedoch umstritten. Die Warnungen können in Form von Radiomeldungen oder Flugblättern erfolgen - oder durch Telefonanrufe, die den Bewohnern mitteilen, dass ihr Haus demnächst bombardiert wird.

Nun hat die palästinensische Nachrichtenagentur Watania News Agency ein Video veröffentlicht, das eine vierte Warnmethode des israelischen Militärs zeigt: «Knock on Roof» (Aufs-Dach-Geben). Gemäss dem TV-Sender CNN schlagen bei dieser Methode Raketen als Warnung in Hausdächer ein. Diese sind mit wenig Sprengstoff beladen, und sollen deshalb nur begrenzt Schaden anrichten. In einem nächsten Schritt wird dann die tatsächliche Rakete gezündet. Wie viel Zeit die Anwohner haben, um ihre Häuser zu verlassen, ist nicht festgelegt. Es kann sich dabei um wenige Minuten oder um Stunden handeln.

«Der Abschuss einer Rakete ist keine Warnung»

Menschenrechtsorganisationen verurteilen die Methode als direkten Angriff, auch wenn wenig oder gar kein Sprengstoff verwendet würde. So sagt Mahmoud Abu Rahma vom Al Mezan Center for Human Rights gegenüber CNN: «Der Abschuss einer Rakete ist das Zielen auf Zivilisten mit einer Waffe - egal wie gross oder klein diese ist - und somit eine Verletzung der Genfer Konventionen.»

Es würde sich daher nicht um eine Warnung, sondern um einen direkten Angriff handeln. «150'000 Menschen aufzufordern, ihre Häuser zu verlassen, während ein Gebiet bombardiert wird, ist keine Warnung. Die Menschen wissen nicht, wohin sie flüchten sollen, da jedes Haus ein potentielles Angriffsziel darstellt», so Abu Rahma weiter.

Das israelische Militär setzte die Methode erstmals im Jahr 2009 ein. Schon damals wurde der Vorgang von der UNO kritisiert und als eine «Form des Angriffs auf die Hausbewohner» bezeichnet. Auch Amnesty International verurteilt das Vorgehen und berichtet von Fällen, wo Unschuldige durch Warnraketen verletzt oder gar getötet wurden.

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