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Müssen wir lernen, die Ferien zu geniessen?

Lieber Herr Ramspeck Ich sehe und lese überall Artikel darüber, wie man die Ferienzeit stressfrei übersteht. Dazu gibt es Experten, wie Psychologen, die mir Wirres erklären und erläutern. Echt jetzt? Seit wann muss man sich psychologisch auf Spass und Erholung vorbereiten? Sind wir nicht mehr in der Lage, zu geniessen? Und was stresst uns dermassen? Ihre Generation hat sich bestimmt vorbehaltlos wie ein Kind vor Weihnachten in die Ferien gestürzt. Was ist mit uns passiert?

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Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch)

Liebe Joëlle

Unsere Zeit leidet an Logorrhö, krankhafter Geschwätzigkeit, wie der Duden den medizinischen Fachausdruck definiert, an unablässigem Redefluss. Und dieses Übel verbindet sich mit der Konjunktur einer Branche, die man als frei schwebendes Expertentum bezeichnen kann. Es wundert mich nicht, dass auch die Frage, wie wir unsere Ferien verbringen, zum Problem aufgeblasen wird, das «wissenschaftlicher» Lösung bedarf. Du hast recht, Joëlle: Wir sind noch frohgemut in den Urlaub gefahren, ohne uns sagen zu lassen, wie ungenügend unsere psychologischen Vorbereitungen auf zwei, drei Wochen Freizeit sind. Aber dann kam irgendwann der Begriff «Lebenshilfe» auf und bemächtigte sich der Ahnungslosigkeit, die er uns unterstellte. Er brachte Zeitungsrubriken und eine Flut von Ratgeber-Büchern hervor. Jeder, dem schon einmal an der Adria langweilig war, fühlte sich berufen, eine Rezeptur gegen die innere Monotonie zu entwickeln. Schliesslich geht es hier auch um ein Geschäft. Die Voraussetzung seines Aufblühens sind Unsicherheit und Leichtgläubigkeit. Wer sich schon vor dem Antritt seiner 14 Tage auf einer Insel einreden lässt, sie stellten für ihn eine Komplikation dar, bleibt am besten zu Hause.

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