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Nächstenliebe auf den Philippinen: Muslime schenken Christen Kopftücher, damit sie fliehen können

Seit bald fünf Wochen ist die philippinische Stadt Marawi unter Belagerung islamistischer Terroristen. Inmitten des Chaos helfen sich mutige Zivilisten über Religionsgrenzen hinaus und zeigen, dass sich das Land nicht teilen lässt.

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Islamistische Terroristen besetzen seit Ende Mai die Stadt Marawi im Süden der Philippinen. Wer nicht beweisen kann, dass er Muslim ist, wird verhaftet oder erschossen. In einem mutigen Akt der Nächstenliebe helfen Muslime ihren christlichen Nachbarn, zu fliehen. Sie schenken ihnen ihre Hijabs und andere Kleidung, damit sie für die Islamisten aussehen wie Muslime und an den Strassenblockaden vorbeikommen, wie der «Independent» berichtet.

Menschen essen Karton

Etwa 180'000 Einwohner sind aus Marawi geflohen, als die Kämpfe begannen, aber noch schätzungsweise 1500 Menschen sind in der Stadt gefangen. Diejenigen, die erfolgreich flüchten können, werden gleich von Hilfskräften an einen sicheren Ort gebracht und betreut. Eine der Helfer, Dr. Gioia Ancheta erzählt: «Die Geschichten, die am meisten in Erinnerung bleiben, handeln von Muslimen, die christlichen Arbeitern geholfen haben.»

Nach wochenlangen Kämpfen zwischen der Terrormiliz Maute und dem philippinischen Militär beginnt die Zivilbevölkerung der Stadt zu verhungern. «Leute beginnen schon, Kartonschachteln zu essen. Sie tunken sie in Wasser, damit sie weicher werden», sagt Zia Alonto Adiong, ein Politiker, der die Hilfskräfte unterstützt. «Einige essen sogar ihre Schlafdecken», führt er aus.

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Marawi liegt im Westen der südlichen Insel Mindanao. Google Maps

 

Marawi seit mehreren Wochen belagert

Am 23. Mai griff die Terrormiliz Maute, die Stadt Marawi auf der Insel Mindanao an. Maute bekennt sich zum IS, ist aber bisher nicht offiziell akzeptiert worden. Rund 250 Kämpfer nahmen strategisch wichtige Gebäude ein. Präsident Rodrigo Duterte verhängt daraufhin das Kriegsrecht über die Insel und schickte die Armee, um die Stadt zurückzuerobern. Seither sind nach momentanen Annahmen mehrere Hundert Menschen getötet worden, darunter auch 58 Soldaten und mindestens 26 Zivilisten. Die Stadt wurde komplett verwüstet.

 

Der Sprecher der philippinischen Armee, General Restituto Padilla, sagte «Reuters», dass sie die Stadt bis zum Wochenende zurückerobert haben wollen. Dann endet Ramadan. Die Regierung fürchtet, dass sich nach dem Ende des Fastenmonats weitere Kämpfer anderer islamistischer Organisationen dem Kampf anschliessen könnten.

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