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Rekord-Wetter in diesem Jahr: Darum haben wir jetzt schon Hochwasser

ZÜRICH - Nach Schnee-Massen im Januar, April-Hitze und Gewitter-Chaos im Mai kriegen wir es verfrüht mit Überschwemmungen zu tun. Welche Wetter-Rekorde 2018 schon gebrochen hat und warum jetzt schon Hochwasser-Gefahr herrscht.

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Hagel-Bälle. Gewitter am Fliessband. Eine rekordüberschwemmte Lausanner Innenstadt. Hochwasserwarnungen für zwei Drittel der Schweiz ... Werden Sie das Gefühl auch nicht los, dass das Wetter total verrückt spielt? Eben. Wir auch nicht. Und deshalb haben wir uns mal die Fakten angeschaut.

Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz hat Wetterstationen in Basel, Bern, Zürich, St. Gallen, Genf und Lugano für BLICK ausgewertet.

Warmer Frühling bringt Gewitter

Der Frühling brachte nach einem unerwartet kühlen Februar Wärme-Rekorde. «2018 war der viertwärmste Frühling seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1864», sagt etwa David Volken, Hydrologe beim Bundesamt für Umwelt (Bafu).

Zwar war der März schweizweit etwas kälter als erwartet. Doch dann kamen die Ausreisser nach oben. Ausser im Tessin war der April der zweitwärmste Monat, der je gemessen wurde. In St. Gallen lag der April 2018 sogar auf Platz eins. Der Mai lag dann in den Hitze-Top-Ten – ausser in Lugano und Genf.

Nasse Böden können Regen nicht mehr aufnehmen

Das hat Folgen. Zum einen begünstigt Wärme heftige Gewitter: Diesen Mai blitzte es fünf Mal mehr als im Schnitt der letzten zehn Jahre. Zum anderen steigt mit den Temperaturen auch die Wahrscheinlichkeit für Hochwasser.

Zwar fiel im Mai an vielen Orten minim mehr Niederschlag als durchschnittlich in den Jahren 1981 bis 2010 – in St. Gallen und Zürich sogar weniger. Doch wenn es warm ist, kommt viel Niederschlag in den Bergen nicht mehr als Schnee, sondern als Regen herunter und fliesst direkt in die Seen und Flüsse. Die seien schon mit dem Schmelzwasser der grossen Schneemassen gut gefüllt, sagt Volken vom Bafu.

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Meist sorgen Gewitter und Dauerregen für Hochwasser. Blick Grafik

Hinzu kommt: «Die Böden sind wegen der letzten Gewitter und der Schneeschmelze noch feucht und können nur noch wenig Wasser aufnehmen.» Dass es auch in den nächsten Tagen zu Hochwasser kommt, kann Volken daher nicht ausschliessen, «da sich die derzeitige Wetterlage in den nächsten Tagen nicht stabilisieren wird.»

Diese ist für gewöhnlich erst im Hochsommer instabil: Die Gewitter- und Hochwassersaison startet erst im August so richtig durch. Ist Juni also der neue August?

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Eigentlich ist der August der Hochwasser-Monat in der Schweiz. Blick Grafik

Wärmster Januar der Schweizer Wettergeschichte

Thomas Schlegel, Klimawissenschaftler bei MeteoSchweiz, verneint. Gewitter und damit verbundene Starkregen Ende Mai und Anfang Juni gehörten zu unserem Klima. Das verändert sich aber: «Die aktuellen Klimamodelle zeigen, dass für die Schweiz häufigere und intensivere Starkniederschläge in allen Jahreszeiten erwartet werden», sagt Schlegel.

Der Frühling ist übrigens nicht der einzige Rekord in diesem Jahr. Daten von MeteoSchweiz zeigen, dass der Januar schon vorgelegt hatte. Es ist der wärmste Monat seit je. Kein Januar seit Beginn der Messungen 1864 brachte höhere Temperaturen in die Schweiz.

Auch die Niederschläge waren überdurchschnittlich. Bei fünf von sechs Schweizer Wetterstationen lagen die Niederschlagsmengen in den Top Ten. Das merkten etwa die Zermatter, die heuer gleich zwei Mal durch eine Schneewand von der Aussenwelt abgeschnitten waren.

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