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Gerettete Thai-Buben berichten: «Wir tranken Wasser, das von den Steinen tropfte»

  • Mehr als 2 Wochen sassen 12 thailändische Buben und ihr Fussball-Trainer in der überfluteten Tham-Luang-Höhle fest
  • Tesla-Chef Elon Musk ist vergeblich mit Mini-U-Boot nach Thailand gereist
  • Ein Taucher starb beim Versuch, Sauerstoffflaschen in der Höhle zu platzieren
  • Die Buben waren tagelang im Spital. Am Mittwoch führen sie eine Pressekonferenz durch
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Liveticker

Seit dem 23. Juni waren  12 Fussball-Buben aus Thailand und ihr Trainer in der Tham-Luang-Höhle im Norden des Landes eingeschlossen. Zunächst galt die Gruppe lange als vermisst, dann wurden sie schliesslich von Tauchern in der Höhle entdeckt.

Sie sassen in einer erhöhten Kammer fest, etwa vier Kilometer vom Höhleneingang entfernt. Das Regenwasser, das die Höhle teilweise überschwemmte, blockierte den einzigen Ausgang.

Die Zeit drängt

Zuerst konnten vier Junioren-Fussballer aus der überschwemmten Tham-Luang-Höhle geborgen werden. Nochw waren aber acht Buben mit ihrem Trainer in einer schlammigen Höhlenkammer eingeschlossen – gegen vier Kilometer vom Eingang entfernt.

Die thailändischen Behörden ordneten die Evakuierung an. Die Zeit drängte, denn starker Regen drohte, die Gänge noch weiter zu fluten. Zudem wurde die Luft immer dünner: Der Sauerstoffanteil in der acht Meter hohen und drei Meter breiten Kammer betrug nur noch 15 Prozent. Normal sind 21 Prozent.

Zuerst hatte es geheissen, es sei nicht absehbar, wann die Rettungsaktion gestartet werden könnte.

Buben wurden betäubt

Um die Höhle zu verlassen, mussten Taucher die Buben durch Wasser und Schlamm begleiten. Die Fussballer waren zuvor auf die gefährlichen Tauchgänge vorbereitet worden.

Vom In- und Ausland waren Höhlentaucher angereist, die ihre Hilfe anboten. Darunter der dänische Tauchlehrer Ivan Karadzic, der in Thailand eine Tauchschule betreibt. Dem öffentlich-rechtlichen Radiosender Danmarks Radio sagte er: «Die Jungs waren unter medizinischer Betäubung, damit sie nicht in Panik geraten sollten.» Sie seien aber nicht vollständig anästhesiert worden. Man habe sie an die Taucher angebunden, ständig überprüft und schliesslich sicher aus der Höhle geführt.

Spital reserviert eigenen Stock

Kaum geborgen, transportierten die thailändischen Rettungskräfte die vier Buben per Ambulanz und Helikopter ins rund 60 Kilometer entfernt gelegene Spital Prachanukroh in Chiang Rai. Ärzte und Krankenschwestern erwarteten die Buben und brachten sie in den achten Stock, den sie eigens für die geretteten Höhlenabenteurer vorbereitet hatten.

Hier werden die Geretteten auf Herz und Nieren überprüft: Arbeitet ihr Hirn wegen des Sauerstoffmangels normal? Sind sie unterernährt? Sind sie traumatisiert?

Provinzgouverneur und Einsatzleiter Narongsak Osottanakorn freute sich gestern über den ersten Erfolg: «Die Operation heute lief sehr problemlos. Wir waren schneller als erwartet.»

Bergung mehrere Stunden unterbrochen

Am Abend (Thailand ist der Schweiz zeitlich fünf Stunden voraus) unterbrachen die Rettungskräfte die Bergung. Es braucht mehrere Stunden, um den zweiten Rettungsgang vorzubereiten. Gestern wurde angekündigt, heute Morgen wieder in die Höhle einzusteigen, um den Trainer und die restlichen Buben zu holen.

Das Drama um die jungen Fussballer im Alter von elf bis 16 Jahren und ihren Betreuer begann am 23. Juni, als Wassermassen die Gruppe in der Höhle einschlossen. Sie sass daraufhin an einer trockenen Stelle etwa vier Kilometer im Höhleninneren fest.

Fifa lud Buben an WM-Finale ein

Die Rettungsaktion ist äusserst gefährlich: Ein Taucher kam am Freitag ums Leben. Selbst die professionellen Taucher benötigten fünf bis sechs Stunden, um von der Gruppe zum Ausgang zu gelangen.

Wenn die Rettungsaktion gelingt, dürfte die Buben eine freudige Überraschung erwarten. Fifa-Boss Gianni Infantino (48) hatte angekündigt, das Juniorenteam zum Finale der Fussball-WM in Russland einzuladen.

Timeline zum Höhlen-Drama in Thailand

  • Samstag, 23. Juni:
    Nach dem Fussballtraining besuchten die 12 Spieler, alle zwischen 11 und 16 Jahre alt, und ihr Trainer (25) die Tham-Luang-Höhle in Thailand. In Folge des Monsunregens wurden Teile der Höhle plötzlich überschwemmt – das Wasser versperrte den einzigen Ausgang. Die Mutter eines Spielers meldete die Gruppe als vermisst, nachdem ihr Sohn nicht nach Hause kam.
     
  • Sonntag, 24. Juni:
    Polizisten und Parkangestellte starten die Suchaktion bei starkem Monsunregen. Verwandte der Spieler reisen zum Höhleneingang.
     
  • Dienstag, 26. Juni:
    Rettungstaucher dringen mehrere Kilometer in die Höhle hervor. Sie vermuten, dass sich die Spieler in Pattaya Beach in eine erhöhte Kammer zurückgezogen haben.
     
  • Mittwoch, 27. Juni:
    Hilfe aus den USA und Tauchexperten aus Grossbritannien kommen in Thailand an.
     
  • Sonntag, 1. Juli:
    Die Taucher installieren eine Basis im Innern der Höhle, mit Hunderten von Sauerstoffflaschen und anderen Vorräten.
     
  • Montag, 2. Juli:
    Die Erleichterung: Taucher finden die 12 Jungs und ihr Trainer lebendig, rund 400 Meter von Pattaya Beach entfernt. Eine Rettung ist noch nicht möglich, keiner der Jungs kann schwimmen. Die Rettungskräfte bringen Essen und Medikamente zu den Eingeschlossenen.
     
  • Mittwoch, 4. Juli:
    Die Jungs schicken eine Video-Botschaft aus dem Innern der Höhle. Sie werden von Tauchern unterrichtet, um sie auf eine Rettungsaktion vorzubereiten. Wie genau die Mannschaft gerettet werden soll, wird noch diskutiert.
     
  • Freitag, 6. Juli:
    Ein Taucher stirbt beim Versuch, Sauerstoffflaschen in der Höhle zu platzieren. Der Sauerstoffgehalt in der Kammer ist mittlerweile von 20 auf 15 Prozent gesunken. Elon Musk schickt Mitarbeiter seiner Firma zur Unterstützung nach Thailand.
     
  • Samstag, 7. Juli:
    Zwei Jugendliche und der Trainer zeigen erste Anzeichen einer Infektion. Bohrungen und die Suche nach einem alternativen Höhleneingang bleiben erfolgslos.
     
  • Sonntag, 8. Juli:
    Ein Team von 18 Tauchern macht sich auf den Weg, um die Eingeschlossenen zu evakuieren. Es besteht aus 13 internationalen Tauchern und fünf thailändischen Marinetauchern. Am Abend werden die ersten vier Buben aus der Höhle gebracht.
     
  • Montag, 9. Juli:
    Die Rettungs-Aktion wird fortgesetzt. Vier weitere Jungen werden von Profi-Tauchern zurück ans Tageslicht geholt.
     
  • Dienstag, 10. Juli:
    Alle in der Höhle Eingeschlossenen haben die Strapazen überstanden: Die letzten fünf Verbleibenden werden gerettet und ins Spital gebracht.
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