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Weil andere Badegäste reklamierten: Badi jagt jetzt Dusch-Muffel

Im Berner Marzilibad hat die Zahl der Duschmuffel zugenommen. Eine Kampagne soll die Badi-Besucher auf eine humorvolle Art auf die Hygiene aufmerksam machen. Auch in Zürich kennt man das Problem mit den Duschgrüseln.

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Der Sommer 2018 bescherte uns traumhafte Temperaturen und den Badis rekordverdächtige Besucherzahlen. So auch der Berner Badi Marzili. 

Doch unter den vielen Badegästen tummelten sich auch viele Duschmuffel. «Diesen Sommer hatten auffällig viele Badegäste darauf verzichtet, vor dem Schwimmen zu duschen», sagt Markus Gasser vom Berner Sportamt zu Radio Energy. Wegen der Duschgrüsel kam es auch vermehrt zu Reklamationen von anderen Badegästen, heisst es. 

Obwohl die Duschen auf direktem Weg zum Becken liegen, würden sie viele Menschen nicht nutzen. «Diesen Sommer waren auch viele Besucher im Marzili, die sonst möglicherweise nicht so häufig ins Freibad gehen und mit dem üblichen Prozedere nicht so vertraut sind», sagt Gasser zu BLICK. «Viele wollen sich einfach schnell abkühlen. Da dort keine expliziten Hinweisschilder angebracht sind, denken sie nicht daran, sich zuerst abzuduschen», sagt er.

Humorvolle Kampagne für nächste Saison geplant

Damit es nächsten Sommer besser läuft, wollen sich die Verantwortlichen dem Problem annehmen und auf die Hygiene aufmerksam machen. Wie Gasser sagt, sei für die nächste Saison eine grosse Dusch-Kampagne geplant. Wie genau diese aussehen soll, ist noch unklar. «Das kann man mit einer lustigen Grafik oder mit einem Clip kommunizieren», sagt Gasser. Er denkt dabei zum Beispiel an «den Bären und die Wildsau, die miteinander sprechen», sagt er. Wichtig sei jedoch, dass die Botschaft auf eine humorvolle Art rüberkomme. «Es soll nicht wie ein Verbot aussehen, sondern ansprechend wirken», sagt Gasser.

Auch in Zürich kennt man das Problem mit den Duschmuffeln. «Leider beobachten wir das regelmässig», sagt Manuela Schläpfer, Sprecherin beim Sportamt Stadt Zürich zum «Tagblatt Zürich». Das, obwohl Schilder in den Badis auf das Duschen hinweisen. 

Im Kanton Zürich wiesen bei einer Kontrolle im Jahr 2017 166 von 195 Pools Mängel auf, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. In den meisten Fällen enthielt das Wasser zu viel Chlorat, aber auch Fäkalien-Keime und Bakterien, die eitrige Infektionen hervorrufen können.

Streng wie ein Isländer!

«Ausziehen! Einseifen! Duschen!», befahl uns der isländische Reiseleiter damals. «Wir haben hier eine strenge Badekultur.» Wer vor dem Baden nicht unter die Brause steht, wird vom Bademeister gnadenlos zusammengestaucht. Und in der Schweiz? Laissez-­faire, leider. Wie der Polizist oder Lehrer ist der Bademeister nicht mehr die gleiche Respektsperson wie früher – oder er hat keine Zeit oder Lust, die Badegäste zu kontrollieren. Ich finds richtig grusig, wenn ich im Hallenbad meine Runden drehe und Leute springen furztrocken ins Becken. Natürlich getraue ich mich dann nicht, sie anzusprechen. Ich bin kein mutiger Isländer. Hu!

 

Je mehr Dreck, desto mehr Chlor

Wer nicht duscht, schadet der Wasserqualität. «Schmutz, Schweiss- und Sonnencremereste sowie Hautpartikel und Keime auf der Haut gelangen ins Wasser. In Folge muss das Wasser mit Chlor stärker desinfiziert werden», sagt Urs Ackermann, stv. Kantonschemiker des Kantons Bern zu BLICK. «Diese Stoffe verbinden sich mit dem Chlor und es entsteht Chloramin. Das führt bei Badenden zu roten Augen.» Mit dem Duschen könne man den grössten Teil dieser Schadstoffe abwaschen und so zu einer Verringerung der Chemikalien beitragen.

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