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Wie viel Schlaf erlaubst du dir als junger Mensch?

Liebe Joëlle Letzte Woche habe ich erfahren, dass du Vegetarierin geworden bist. Da schiebe ich gleich eine weitere Frage nach: Und wie hältst du es mit dem Schlaf? In meiner Generation galten Männer, die angeblich mit vier Stunden Schlaf ausgekommen sind, als Ausbünde an Kraft und Energie und damit als prädestiniert, in Wirtschaft und Politik enorme Leistungen zu erbringen. Heute liest man, dass jeder dritte Schweizer an Schlafstörungen leidet. Sind wir da einer Grossmäuligkeit aufgesessen?

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Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
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Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch) play
Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch)

Lieber Herr Ramspeck

Tatsächlich kenne ich eine einzige Person, die trotz bescheidenen vier Stunden Schlaf leistungsfähig und wach ist. Allen anderen glaube ich nicht. Wenig zu schlafen ist eine Art Leistungsausweis geworden, genauso wie wenig essen: Wer verzichtet, investiert mehr Zeit und Kraft in seine beruflichen Leistungen, ist resistenter und fleissiger, so die absurde Annahme. Ich persönlich halte nichts von derartigen Aufopferungen, vor allem, weil ich keinen Vorteil darin erkennen kann, wach zu sein, wenn ich müde bin. Ich verschiebe so manches Abendprogramm um eine Stunde nach hinten, weil ich merke, dass mein Körper einen «Power-Nap» braucht. Ein 30-Minuten-Schläfchen, um wieder zu Kräften zu kommen. Dafür kann ich ein bis zwei Stunden später ins Bett und bin nach sieben bis acht Stunden Schlaf trotzdem hellwach. Mit dem Schlaf halte ich es wie mit dem Essen: Keine Uhrzeit oder keine allgemeine Meinung soll mir vorschreiben, wann ich müde, wach oder hungrig sein soll. Ich bin müde, also schlafe ich. Ich bin hungrig, also esse ich.Fertig. Wir haben verlernt, auf unseren Körper und seine Bedürfnisse zu hören. Ich fordere die Rückeroberung unserer inneren Uhr. Alles andere ist ungesunde Fremdbestimmung.

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