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Wo es die Schweizer im Herbst hinzieht: Die Rückkehr der Krisenländer

ZÜRICH - In der Schweiz kann es im Herbst schon recht kühl sein, umso mehr locken Badeorte am Mittelmeer. Welche Ziele dieses Jahr besonders viel Zulauf bekommen und wo Schweizer weniger gerne hingehen.

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In den Herbstferien lockt es viele nochmals in den Süden. Denn in Badeorten am Mittelmeer lässt sich auch im Oktober noch problemlos der Sommer verlängern. Auch dieses Jahr sind Schweizer reisefreudig.

Spanien, Griechenland, die Türkei oder sogar Ägypten? Die Krisenländer sind zurück, zeigt eine BLICK-Umfrage bei grossen Reiseveranstaltern. 

Tui-Kunden fliegen diesen Herbst auf die Südtürkei. Im vergangenen Jahr nur die sechstbeliebteste Herbstdestination, gibts 2018 den ersten Platz. Dahinter folgt die griechische Insel Kreta. Das östliche Mittelmeer ist auch bei Hotelplan sehr gefragt. Zu den liebsten Zielen zählen die griechischen Inseln Kreta, Kos und Rhodos. 

Wenns weiter weg sein soll, dann am häufigsten nach Thailand, in die Arabischen Emirate und nach Mauritius im Indischen Ozean. Als Fernziel suchen sich Reisende bei Kuoni und Helvetic Tours am häufigsten die Malediven aus. In Europa ist Griechenland top, vor den Kanarischen Inseln und Zypern. 

Ost statt West

Bei allen befragten Anbietern zeigt sich eine Verschiebung vom westlichen in den östlichen Mittelmeerraum. Klare Verlierer sind dabei Spanien und insbesondere Mallorca. Bei Tui liegt die Topdestination 2017 nur noch auf Rang fünf. Auch die drei weiteren spanischen Destinationen Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa sind nicht so beliebt wie zuletzt.

Bei Kuoni und Helvetic Tours halten sich die Kanarischen Inseln immerhin noch auf Platz zwei, Mallorca liegt zwei Plätze dahinter. Auch Hotelplan verzeichnet rückläufige Buchungen für spanische Ziele.

Als Verlierer sieht Knecht Reisen zudem Städtedestinationen wie Venedig. Ein Grund dafür vermutet der Anbieter beim Massentourismus und der verbreiteten Berichterstattung darüber.

Lieber früher als später buchen

Für die Krisenländer Türkei, Ägypten und Tunesien steigen die Buchungen zum Teil markant, wenn auch auf tiefem Niveau. Bei Tui legt etwa das ägyptische Hurghada ein Comeback hin und zählt wieder zu den zehn beliebtesten Herbstzielen.

Kommen Schnäppchenjäger im Herbst auf ihre Kosten? Es locken noch immer Rabatte von durchschnittlich 40 Prozent bei Last-Minute-Angeboten, versichert eine Hotelplan-Sprecherin.

«Die Moral bleibt zu Hause»

BLICK: Die Türkei feiert als Reiseziel ein Comeback. Obwohl die politische Lage nicht besser und die wirtschaftliche sogar schlechter ist. Sind Schweizer zu wenig kritisch? 
Christian Laesser:
 Reisende wägen ab zwischen den Kosten und Nutzen. Mit einer Reise verbundene Risiken sind Kosten. Wenn der Preis attraktiv genug ist, dann rücken etwa Sicherheitsbedenken oder auch die Politik in den Hintergrund und der Reisende wählt – bei allen Risiken – auch die Türkei als Destination.

Sollen Touristen noch in die Türkei reisen? 
Grundsätzlich unterstützt man beim Reisen die Wirtschaft und nur indirekt die Regierung. Bei Pauschalreisenden bleibt fast alles Geld beim Veranstalter, besonders wenn dieser auch eigene Hotels betreibt. Bucht der Reisende auf eigene Faust, dann streut er das Geld vergleichsweise breit. Die Bevölkerung profitiert. 

Bleibt die Moral. Spielt diese eine Rolle bei der Wahl des Reiseziels?
Ferien sind für die meisten eine besondere Auszeit. Dann duscht man schon mal länger ohne schlechtes Gewissen oder benimmt sich am Ballermann in einer Art und Weise, wie man das zu Hause nicht würde. Das Gleiche gilt für die Politik. Zu Hause wettert man gegen die türkische Regierung, in der Türkei geniesst man das schöne Meer. Die Moral bleibt zu Hause. 

Könnten Touristen politisch etwas bewegen, etwa durch einen Boykott? 
Nein, diese Macht hat der Tourismus nicht. Es gibt dafür auch keine historischen Beispiele. Das Ausbleiben der westeuropäischen Touristen hat den türkischen Tourismus bislang zwar schwer getroffen, aber einen Effekt darüber wird es kaum geben.

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