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Wurde der Kunde früher königlicher behandelt?

Lieber Herr Ramspeck Die Szene aus dem United-Airlines-Flieger hat mich an einem Essen zur Diskussion über Kundenservice verleitet. Ich erfuhr aus Hotels und Krankenhäusern, dass ab einem gewissen Betrag, den man springen lässt, alles möglich ist. In der Preisklasse, in der ich mich befinde (ich bezeichne sie mal als Mittelklasse), habe ich das Gefühl, mit Extrabitten die Flexibilität des Personals zu strapazieren. Wurde der Kunde früher königlicher behandelt? Durften Sie früher einfach alles?

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Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch) play
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Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch)

Liebe Joëlle

Natürlich nicht. Aber wenn ich an meine seltenen Flüge mit der «Swissair» vor 40, 50 Jahren zurückdenke, kommt es mir so vor, ich sei als Kunde wirklich der König gewesen. Es gab Mahlzeiten wie in einem Restaurant mit Prestige und sogar eine fein gedruckte Speisekarte. Man konnte zu einem Schläfchen den Sitz zurückklappen, ohne gefühlt auf dem Bauch eines Mitreisenden zu landen. Und adrette junge Stewardessen eilten auf jeden Wink herbei. Allerdings kostete ein Flug nach New York ein Monatsgehalt und war folglich ein Luxus, den man sich vom Mund absparte. Bei der heutigen Billigfliegerei werden logischerweise so viele Passagiere wie möglich in den verfügbaren Raum hineingezwängt und summarisch abgefertigt. Gemessen an früheren Erlebnisflügen ist es ein Viehtransport. Ich wundere mich nicht darüber, dass Gesellschaften ihre Maschinen überbuchen und es in der Konsequenz zu Situationen wie bei United Airlines kommt, in denen überzählige Passagiere rigoros ausgeschafft werden. Es ist der Preis, den wir für unsere gewachsenen Ansprüche an die Mobilität zahlen. Ich fliege demnächst für sozusagen nichts nach Riga. Und erwarte einfach, dass ich dort termingerecht ankomme.

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