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Aeschbi über sein neues «Aeschbacher»: «Ein altes Schlachtross kann sich nicht neu erfinden»

Kurt Aeschbacher (68) zügelt: Ab heute talkt er auf dem Sendeplatz von «Giacobbo/Müller». Hier sagt er, was in seiner Sendung neu wird. Und lüftet seine letzten Geheimnisse.

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SonntagsBlick: Erfinden Sie sich neu?
Kurt Aeschbacher:
Nein, das wäre auch schwierig, bei einem alten Schlachtross wie mir. Viktor und Mike waren am Bildschirm die Helden der Schweizer Satire, davor ziehe ich den Hut. Ich kann weder in lustige Rollen schlüpfen noch glaubwürdig andere auf die Schippe nehmen.

Gibts vermehrt grosse Namen in der Sendung?
Für schräge Vögel und für Menschen, die ihr Schicksal meistern, hat es noch immer Platz. Aber in Zukunft wollen wir auch vermehrt wissen, was Unternehmer antreibt, woran Wissenschaftler forschen und wie Politiker ticken. Diesmal begrüsse ich die Sauber-Formel-1-Chefin Monisha Kaltenborn neben den beiden Herren von Divertimento: ein wunderbarer Strauss von unterschiedlichen Temperamenten.

Ihre Rituale?
Leider verschlägt es mir immer noch vor jeder Sendung den Appetit. Aufzeichnungstag heisst deshalb Fastentag. Das Essen schmeckt mir immer erst danach.

Wie lange dauert das Schminken?
Hm, das dauert von Jahr zu Jahr länger. Ich beneide meine Maskenbildnerinnen nicht: Die müssen Altersflecken überspachteln und die schüttere Haarpracht herrichten. Immerhin geht Letzteres heute rascher, denn wo wenig bleibt, gibts nicht mehr viel zu richten.

Wie eitel sind Sie mit den Kleidern?
Da lasse ich mir nicht dreinreden, auch nicht von all den hochgelobten Designerlabels. Ich entwerfe meine Anzüge selbst und lasse sie dann schneidern. Ein Luxus, der Spass macht.

Ihre Spleens?
Ja, den mit den Socken. Die füllen inzwischen zwei Schubladen. Wo immer ich bin, kaufe ich mir ein paar farbige Fussbekleidungen. Der Bestand wird laufend von liebenswerten Zuschauerinnen ergänzt, welche mir «Sälber Glismets» zukommen lassen. Das Problem bei den gestrickten Socken ist einzig, dass sie nicht in die Schuhe passen. Zu dick alles. Aber dafür halten sie mir nachts die Füsse warm.

Wie ist es mit dem Lampenfieber?
Wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Diese Angst vor dem Blackout geht leider nie weg. Es ist meine ständige Furcht, all die Vorbereitungen meines Teams zunichtezumachen.

Wie behandeln Sie Ihre Redaktion?
Da wird bei mir am Esstisch zu Hause immer mal wieder diskutiert, kritisiert und gelacht. Diesen Sommer auch ein paar Tage lang in meinem Steinhaufen in Südfrankreich, Abkühlung nach hitzigen Gesprächen im Pool inbegriffen.

Lesen Sie ab Prompter?
Nein, eine genaue Vorbereitung ist das A und O. Ich moderiere dann auch ganz ohne Spickzettel und Knopf im Ohr. Nur so kann ich auf das Gegenüber eingehen.

Haben Sie noch Spass an der Show?
Ich bin ein Glückskind. Ich werde doch dafür bezahlt, spannenden Menschen Fragen zu stellen und jeden Tag Neues lernen zu können. Ich lasse mich von fremden Biografien inspirieren, lese Bücher und geniesse eine permanente Weiterbildung. Was gibt es Tolleres!

Funktioniert «Aeschbacher» auf dem neuen Sendeplatz?

«Aeschbacher» kommt heute zum ersten Mal um 22.05 Uhr auf dem Sendeplatz von «Giacobbo/Müller».

«Das wird für ihn nicht einfach», sagen Insider. Grund: Der Aeschbi-Talk hatte am Donnerstagabend ein treues, älteres Stammpublikum. Es seien nicht die gleichen Zuschauer, die am Sonntag den «Tatort» gucken. Grundsätzlich sei der Sonntag ein guter Sendeplatz, weil viele fernsehen. Aber Aeschbacher müsse sein Publikum nach dem bei uns oft nicht sehr gut laufenden «Tatort» zuerst abholen. Vor allem sei falsch, dass zwischen «Tatort» und «Aesch­bacher» noch der «Reporter» eingeschoben werde. «Die Deutschen machen es besser. Der Talk ‹Anne Will› kommt direkt anschliessend an den ‹Tatort›. Oft werden Themen daraus aufgegriffen. Aeschbacher kann von diesen Synergien nicht profitieren.»

Werden Sie sich «Aeschbacher» auch am späten Sonntagabend anschauen?»

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