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Arbeitslos, obdachlos, eine Packung Reis pro Woche:

Ein Jahr lang wurde Tamy Glauser von ihrer amerikanischen Freundin körperlich und seelisch gequält. Ihre Zeit in New York war aber auch wegen der Lebensumstände eine Pein.

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Es war ein Schock-Geständnis, das Tamy Glauser (33) diese Woche machte: Das Model wurde in ihrer Zeit in der Millionenmetropole New York Opfer häuslicher Gewalt. Ein Jahr lang war sie den Schlägen ihrer vier Jahre älteren US-Freundin ausgesetzt. «Sie schlug mir ins Gesicht und in den Bauch, zertrümmerte einen Spiegel auf meinem Rücken, warf mein Handy auf die Zuggeleise, verfolgte mich mit einer Metallstange», schreibt sie in ihrer Biografie «TAMY - Das, was ich bin, kannte ich nicht», die ab 22. Oktober im Buchhandel erhältlich ist.

 

Gegenüber BLICK spricht die Bernerin über die Pein, die sie während ihrer US-Zeit erleiden musste. Die Gründe für die Ausraster ihrer Ex seien «alles und nichts» gewesen, erinnert sich Glauser. «Gab mir jemand ein Kompliment für meinen Stil, warf sie mir vor, ich hätte geflirtet.»

Sie verloren ihre Jobs und ihre Wohnung

Wehren konnte sich Tamy Glauser nicht. Sie sei die Sklavin ihrer damaligen Freundin gewesen. «Nach Schlägen entschuldigte sie sich und sagte, es wird nie mehr vorkommen – oder sie redete mir ein, der einzige Mensch zu sein, der mich liebt, und wenn ich sie nicht so provoziere, habe sie keinen Grund auszurasten.» Sie sei gefangen gewesen im Teufelskreis von emotionaler Abhängigkeit und körperlicher Gewalt. Nach Hilfe gefragt habe sie nicht: Freunde hätte sie keine mehr gehabt, gegenüber ihrer Familie habe sie sich geschämt.

Erschwerend kamen die Lebensumstände hinzu: Zusammen mit ihrer Ex und deren Kind lebte Glauser in einem desolaten Zustand. Beide Frauen verloren durch die Wirtschaftskrise erst ihre Jobs, dann die gemeinsame Wohnung. Sie wurden obdachlos, hatten kaum zu essen. «Manchmal muss eine Tüte Reis für eine Woche reichen», sagt Tamy Glauser nachdenklich.

Rückkehr in die Schweiz

Trotz oder gerade wegen dieser krassen Umstände erwachte Glausers Überlebenstrieb: Sie plante, in die Schweiz zurückzukehren, verkaufte es gegenüber ihrer Ex so, dass sie dort ein schöneres Leben hätten – und «schon mal vorausgehe, um alles vorzubereiten». Ein Jahr später folgte ihr ihre Freundin. Zurück in der Heimat schafft Glauser es endlich, sich von ihrer gewalttätigen Partnerin zu trennen. Diese kehrte darauf in die USA zurück. Auf eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt habe sie verzichtet, sagt Glauser, den Kontakt zu ihr abgebrochen.

«Trennt euch sofort»

Das ist nun sieben Jahre her. Das Trauma hat das Model in einer Psychotherapie verarbeitet. Ihre Lebenspartnerin, Moderatorin Dominique Rinderknecht (29), gibt ihr Kraft und die Liebe, nach der sich Tamy Glauser so lange gesehnt hat. Heute ist sie gestärkt und rät Betroffenen: «Wenn euch jemand schlägt und sagt, es kommt nie mehr vor, glaubt es nicht, denn es kommt wieder vor. Trennt euch sofort und rennt, so schnell ihr könnt, so weit weg, wie ihr könnt.» Tamy Glauser hats geschafft. 

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