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Enkelin schreibt Biografie: Über die Liebe zum Leben

Sie musste zwei Ehemänner und die Tochter zu Grabe tragen. Trotzdem liebte Mollie Cooke das Leben – und ihre Familie.

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Familienglück: Mollie mit Ehemann Bill, Tochter Sue und ihren drei Enkeln Katherine, David und Matthew (von links). play
Familienglück: Mollie mit Ehemann Bill, Tochter Sue und ihren drei Enkeln Katherine, David und Matthew (von links). Picasa

Mollie Cooke († 96) starb, bevor sie ihren grossen Traum verwirklichen konnte: Eine Autobiographie zu schreiben. Demenz und Krebs machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Ihre Geschichte fand trotzdem seinen Weg zwischen zwei Buchdeckel, dank Enkeltochter Katherine Lee (37) aus Zug. Zwei Jahre nach dem Tod ihrer britischen Grossmutter schrieb sie ein Buch über deren ergreifende Lebensgeschichte aus den Augen ihrer «Nana». Eine Geschichte mit vielen Schattenseiten.

«Der Tod meiner Grossmutter beschäftigte mich lange. Und von einem Moment auf den andern wusste ich, dass ich ihre Lebensgeschichte schreiben muss», sagt Katherine Lee zu Blick am Abend. Als Fünfjährige kam sie aus England in die Schweiz, als der Vater hier einen Job angeboten bekam. Zusammen mit ihrem Mann wohnt sie noch heute in Zug und arbeitet in Zürich im Bankensektor.

Von Verlusten geprägt

Lees Grossmutter Mary Eileen Cooke, genannt Mollie, lebte in einem kleinen englischen Dorf namens Church Stretton. Ihr erster Mann verstarb kurz nach dem Weltkrieg. Als niemand mehr damit rechnete, kam er bei den Aufräumarbeiten in Belgien durch eine Landmine um. Die junge Frau rafft sich auf, findet eine neue Liebe und geniesst das Familienglück mit einer gemeinsamen Tochter.

Doch das Schicksal schlägt erneut zu. 1986 muss Mollie ihr einziges Kind zu Grabe tragen. Sue, die Mutter der Autorin, litt an Brustkrebs und starb im jungen Alter von 38 Jahren. Nur fünf Jahre später stirbt auch Mollies zweiter Ehemann an Prostatakrebs.

«Mollies Geschichte ist von Verlusten geprägt», sagt Cookes Enkeltochter. «Doch Verluste kann nur erleben, wer auch liebt und geliebt wird. Deshalb ist es eine Geschichte der Liebe. Der Liebe zum Leben und zu den Menschen.»

«Meine Wahrnehmung veränderte sich»

Nach einem bewegten Leben verstarb Mollie Cooke vor zwei Jahren im Alter von 96 Jahren. Ihre Enkeltochter hatte eine intensive Beziehung zu ihr. «Wir besuchten sie wann immer möglich in England», sagt Lee. «Und ich glaube, sie begleitet mich auch heute noch.» Durch das Buch kam Lee ihrer Grossmutter sogar noch etwas näher: «Dadurch, dass ich die Geschichte aus ihrer Sicht schrieb, veränderte sich auch meine Wahrnehmung. Bestimmte Ereignisse, wie den Tod meines Grossvaters, nahm ich als Enkelin ganz anders auf.»

Nach nur fünf Monaten war das Manuskript des Erstlingwerks fertig. «Bücher zu schreiben, reizte mich schon immer», sagt Lee. Das Buch druckte sie innerhalb weniger Wochen in Eigenregie. «Während des Schreibens kamen viele Emotionen auf. Oft musste ich eine Pause einlegen, um mich wieder etwas zu fangen», sagt die Autorin. Jetzt ist stolz auf ihr fertiges Werk. «Meine Grossmutter war eine sehr starke Frau und liebte das Leben, obwohl es ihr teilweise übel mitspielte. Ihre Geschichte ist es wert, erzählt zu werden.»

From Dust to Dust – and a Lifetime in Between, Katherine Anne Lee.

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