Finde den folgenden Gegenstand beim Surfen auf Blickamabend.ch und gewinne tolle Preise!
Suche starten
Du hast den Gegenstand gefunden! Klicke auf Mitmachen und nehme am Gewinnspiel teil.
Mitmachen

Filmkritik: Schmerzhaft geil

«Fifty Shades Freed» ist das grosse Finale der SM-Romanze. Er feiert seine Lieblingsfilme – sie ist froh, dass der Höhepunkt vorbei ist.

, Aktualisiert 23 Reax , 746 Views
teilen
teilen
0 shares
play
UNIVERSAL PICTURES

Kinoexperte Lukas Ruettimann sagt:

Auf einen neuen «Fifty Shades»-Film freue ich mich wie ein ­kleines Kind. Nicht etwa, weil sie so toll sind. Nein, die Geschichten von E. L. James schmettern in Sachen ­Romantik eher unbeholfenen ­Herren wie mir in spektakulärer Penetranz grossartige Lektionen über das Funktionieren des weiblichen Wesens – und wie es sich den Mann vorstellt – vor den Latz.

«Fifty Shades Freed» ist erneut eine unbezahlbare Lehrstunde geworden. Mann erfährt darin etwa, dass sich Frauen unsicher fühlen, wenn sie ihre Brüste inmitten von anderen nackten Frauen entblössen. «Boobs in Boobland» – Titten im Tittenland – seien sie dann bloss. Mit staunenden Augen habe ich zudem gelernt, dass Frauen gern rasen. Aber nur, um anschliessend im Sportwagen wilden Sex auf einem öffentlichen Parkplatz zu haben. Go try this at home, Boys, es muss nicht immer im Audi R8 V10 sein.

Was das Männerbild ­angeht, ist «Fifty Shades Freed» nicht minder aufschlussreich. Frauen wollen also einen muskulösen Milliardär, der seine Angebetete andauernd mit spontanen Ideen überrascht und ihr jeden Wunsch von den Augen abliest. Dazu sollte er am Piano Schmachtfetzen jaulen sowie bei SM, ­Kuschelsex, Streit, Versöhnung und Kochen treudoof aus der Wäsche ­gucken. Schmerzhaft geil, diese Filme – man kann sie nur lieben. 

Bewertung: 4 von 4 Sternen

 

Kinoexpertin Carolina Lermann sagt:

Die Presse bekam den Film erst zur Premiere zu sehen. Warum? Aus Angst vor vernichtenden Kritiken. Na, dann hol ich doch mal wie Christian Grey die Peitsche raus – denn selten gab es einen Film zu sehen (ausser vielleicht Teil 1 und 2), der sich so sehr von einem Klischee ans nächste klammert. Beispiel gefällig? Sie: «Gehört der private Jet dir?» Seine Antwort: «Nein, er gehört uns, Baby.» Da rollen doch gleich zu Beginn meine Augen ­genervt und unkontrolliert.

Wer die ersten zwei Teile gut fand, wird auch dieses Mal den Gang ins Kino nicht bereuen. Es ist alles wie gehabt: Eindrucksvolle Landschaften treffen auf schnelle Autos. Eine makellose Anastasia, die zum Glück nicht mehr ganz so naiv wie anfangs ist, erregt einen durchtrainierten Grey.

So richtig zünden will die Erotik aber nicht. Die Sexszenen sorgen zumindest für die lautesten Lacher. Zum Glück ist da aber immer wieder diese Prise Humor zu spüren, denn ohne die wäre der Film eine absolute, vorhersehbare Katastrophe. Der Nebenstrang der Geschichte ist zudem an den ­Haaren herbeigezogen und nicht nachvollziehbar.

Auch wenn Dornans Körper ­vieles wiedergutmacht, bekommt der Kitschstreifen, der nichts mit der Realität zu tun hat, nur einen Stern – die Kinokassen wird er trotzdem zum Klingeln bringen.

Bewertung: 1 von 4 Sternen

Gut zu wissen:

Abstract: Anastasia Steele und Christian Grey standen in ihrer Beziehung schon mehrere schwere Krisen durch. Nachdem Ana die SM-Vorliebe ihres Partners zu teilen gelernt hatte, hat sie Chris­tians Heiratsantrag akzeptiert. Nach seiner Hochzeit ­bekommt das Paar aber neue Probleme: Christian wird den dunklen Schatten seiner Vergangenheit nicht los. Ana ist stärker als je zuvor, aber das ist auch bitter nötig: Schon wieder muss sie um ihre Liebe kämpfen.

Länge: 106 Min.

Land: USA

Besetzung: Jamie Dornan, Dakota Johnson

Regie: James Foley

 

Wie findest du den Artikel?

Unsere Leser empfehlen

Meist gelesen

Newsletter

Erhalte die besten Geschichten täglich per E-Mail Newsletter Abonnieren