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Kinokritik: Keine Tränen im Regen

«Blade Runner 2049» ist die Fortsetzung des Science-Fiction-Klassikers von 1982. Sie ist begeistert, er möchte sich erst 2049 entscheiden.

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Lukas Rütimann sagt:

Die Bilder. Der Sound. Die Stimmung. Heute taucht «Blade Runner» in Bestenlisten so regelmässig auf wie DJ Bobo in TV-Jurys. Allerdings hat Ridley Scotts Film seinen Klassikerstatus erst sehr viel später erhalten – und an der Kasse war er auch kein Erfolg.

«Blade Runner 2049» könnte Ähnliches passieren. Denn ganz ehrlich – ich weiss nicht recht, was ich von diesem Film halten soll. Die Visuals sind zwar wie erwartet grossartig. Denis Villeneuves Kalifornien ist eine Smog getränkte Einöde, in der es regnet und sogar schneit. Dazu sind viele Räume ein feuchter Architektentraum. Hans Zimmers Musik ist weniger aufdringlich als der Vangelis-Soundtrack von 1982, dafür donnert er vielschichtig und emotional aus den Boxen. Ryan Gosling, Harrison Ford und «unsere» Carla Juri spielen toll, die Story über ein Replikantenkind ist vertrackt und mit paranoiden Wendungen im Geiste von Vorlagenschöpfer Philipp K. Dick. Aber die fast drei Stunden sind auch zäh und oft erstaunlich kühl. Villeneuve verbeugt sich vor «Blade Runner» zwar genau so gekonnt, wie er die Geschichte weiterent­wickelt. Aber einen hoch emotionalen Moment wie Rutger Hauers Todesrede im Original – «all those moments are lost ... like tears in rain ... time to die» – sucht man vergeblich. Ein Klassiker? Mal sehen, was ich 2049 dazu sagen werde.

Bewertung: 1 von 4 Sternen

 

Carolina Lermann sagt:

Sequels habens schwer. Meistens haben sie nicht einmal den Hauch einer Chance, auch nur ansatzweise an das Original heranzukommen. Wenn die Fortsetzung aber selbst das Zeug dazu hat, ein zeitloser Klassiker zu werden, dann ist das zur Abwechslung mal ganz grosses Kino.

Eine leichte Aufgabe ist es sicher nicht, das Sequel von einem Film zu drehen, der ein ganzes Genre geprägt hat. «Arrival»-Regisseur Denis Villeneuve hat es gewagt – natürlich unter Protesten der Ridley Scott-Fans.

Das Ergebnis lässt es jedoch erahnen: Die Kritiken haben den ­Kanadier wohl eher angespornt als entmutigt. Visuell ist «Blade Runner 2049» ein wahres Kunstwerk und steht dem Original in nichts nach. Jede einzelne Einstellung ist derart spektakulär gefilmt, dass man die Länge von 164 Minuten gar nicht wahrnimmt.

Egal, ob sich Gosling in einer kargen Betonlandschaft, in einer leuchtend orangefarbenen Wüste oder tosenden Brandung befindet, jede einzelne Szene ist erstaunlich beeindruckend gemacht.

Man möchte gar nicht zu viel verraten, ausser dass sich der Gang ins Kino lohnt. Sicherlich wird «Blade Runner 2049» nicht wie sein bahnbrechender Vorgänger ein ganzes Genre prägen. Der bessere Film ist er aber trotzdem.

Bewertung: 3 von 4 Sternen

 

Was man zu «Blade Runner 2049» wissen sollte:

Abstract: Drei Jahrzehnte nach den Geschehnissen des ersten Films entdeckt Blade Runner K bei einem Routine-Fall ein ­Geheimnis. Dieses könnte die Überreste der Gesellschaft im Jahr 2049 ins Chaos stürzen. Die Entdeckung von K bringt ihn dazu, sich auf die Suche nach Deckard zu machen – dem Original-Blade-Runner.

Länge: 164 Min.

Land: USA

Besetzung: Ryan Gosling, ­Robin Wright, Harrison Ford, Jared Leto, Dave Bautista

Regie: Denis Villeneuve

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