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Kino Kritik: Dampfend entschleunigt

Die Neufassung von «Murder on the Orient Express» ist richtig altmodisches Krimi-Kino. Sie schläft dabei fast ein – er zeigt erste Anzeichen von Altersmilde.

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Zwielichtige ­Figur: Johnny Depp im Orient-Express. play
Zwielichtige ­Figur: Johnny Depp im Orient-Express. Twentieth Century Fox Film Corporation

Das sagt Lukas Ruettimann:

Ah, Agatha Christie! Ich liebe diese Filme. Jedes Mal, wenn «Evil Under the Sun» oder «Death on the Nile» auf einem noch so exotischen Kanal läuft, bleibe ich hängen. Ich mag mich wie ein alter Mann anhören, aber ich steh dazu: Die grandiosen Sets, die tollen Landschaften, die gut aufgelegten Stars, der grosse Peter Ustinov in seiner Paraderolle als Hercule Poirot – diese Art von naiv-charmantem Krimi-Kino gibts heute nicht mehr.

Das hat sich Kenneth Branagh auch gedacht und mit imposantem technischem Aufwand eine Neuverfilmung auf die Beine gestellt. Sein «Murder on the Orient Express» ­atmet den Geist vergangener Tage. Mit nostalgischen Bildern aus Panavision-Kameras und einem Plot, der nicht ohne Tiefgang ist. ­Action? Superhelden? Schnelle Schnitte? Sorry, das hier ist Michael-Bay-freie Zone; und auch, wer jede ­Woche sieben Marvel-Hits schaut, wird sich auf dem falschen Dampfer fühlen. ­Zumal der Film zu viele Figuren und einige Längen hat. Dennoch, «Murder on the Orient Express» ist genuss­volles Entschleunigungskino. Für Leute, denen Poirots «kleine grauen Zellen» genug an Superpower sind und die nicht gleich aufs Handy schauen, wenn auf der Leinwand mal nichts in die Luft fliegt. Vielleicht aber auch nur für Leute, die statt ­harscher Kritik schon eine gewisse Milde walten lassen können.

Bewertung: 3 von 4 Sternen

Das sagt Carolina Lermann:

Der luxuriöseste Zug der Welt erwacht erneut zum ­Leben und mit ihm der wohl schönste Schnauz der Film­geschichte. Agatha Christies Hercule Poirot ermittelt gegen eine A-Riege an Hollywood-Schauspielern: Von Judy Dench über «Star Wars»-Newcomerin Daisy Ridley bis hin zu Johnny Depp – alle fahren mit im Orient-Express.

Eine preisgekrönte Romanverfilmung und hochkarätige Starbesetzung allein erfüllen jedoch noch lange nicht die Kriterien für einen ­Hitgaranten. Der eigentlich sehr verworrene Mordfall kann, selbst wenn man kein bekennender ­Agatha-Christie-Fan ist und die ­Romanvorlage nicht kennt, in dieser neuen Version die Spannung nicht aufrechterhalten und ist von Anfang an vorhersehbar.

Das liegt vor allem daran, dass Zeichnung und Entwicklung der Charaktere irgendwo auf der Strecke von Istanbul nach Calais bleiben. Am besten kommen der Detektiv selbst und Michelle Pfeiffer als Witwe weg, der Rest des Casts fällt den stylischen Retro-Bildern und wahnsinnig luxuriösen Kostümen zum Opfer.

Kenneth Branaghs Neuverfilmung ist etwas für den romantischen und nostalgischen Eisenbahn-Liebhaber, der auf schöne Bilder zur Weihnachtszeit steht und auf Adrenalin und Spannung bei ­einem Mordfall verzichten kann.

Bewertung: 1 von 4 Sternen

Das sollte man zu «Murder on the Orient Express» wissen:

Abstract: Für die Rückreise von Istanbul nimmt Hercule Poirot den Orient-Express. Bald hat der Detektiv Arbeit: Ein Passagier wird ermordet. Damit ist klar, dass einer der Reisenden der Täter sein muss. Poirot merkt, dass er den Fall nicht lösen wird, wenn er mehr über den Täter erfährt. Er muss mehr über das Opfer herausfinden – und sich beeilen.

Länge: 115 Min.

Land: USA/Grossbritannien

Besetzung: Kenneth Branagh, Michelle Pfeiffer, Johnny Depp, Penélope Cruz

Regie: Kenneth Branagh

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