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Kinokritik: Auf der Suche nach Whitney

«Whitney: Can I Be Me» erzählt die tragische Lebensgeschichte von Whitney Houston. Sie wird sentimental. Er fühlt sich ertappt.

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US-Superstar Whitney ­Houston. play
US-Superstar Whitney ­Houston. Redferns

Das sagt Lukas Rüttimann:

De mortuis nihil nisi bene, über Tote soll man nur Gutes sagen, heisst es. Aber sorry – mit ihren Schmachtfetzen hat mir Whitney Houston damals den letzten Nerv geraubt. Ihre Pop-Phase Mitte der 80er gefiel mir allerdings, und deshalb war Whitney als kaputtes Wrack für mich immer ein Mismatch. Whitney und Drogen, das passte irgendwie nie. Bis jetzt. Denn in «Can I Be Me» erfährt man gleich zu Beginn, dass das Image der anständigen  Tanzmaus von A bis Z von der Plattenfirma für ein naives weisses ­Publikum inszeniert worden war – touché! Es ist eine der wenigen spannenden Erkenntnisse. Sonst spürt man, dass die Regisseure mit Auflagen wegen eines anderen Films über die Diva zu kämpfen hatten. Konzertbilder etwa gibt es nur von der Europatour 1999; ihr Aufstieg zum Star wird beiläufig abgehandelt.

Dennoch, der Film macht klar, woran die Sängerin zerbrach. Erst durfte sie nicht schwarz sein, dann nicht lesbisch – dann wurde sie vom Vater hintergangen. Bobby Brown war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Wie «Amy» eine wichtige, aber traurige Dok. Auch nicht fröhlich stimmt mich der Abgang meiner Kollegin als Kritikerin. Im Gegensatz zu Houston ist sie quicklebendig, doch auch über sie liesse sich selbstverständlich nur Gutes sagen. Und den letzten Nerv hat sie mir auch nur ganz selten geraubt.

Bewertung: 2 von 4 Sternen

Das sagt Tanya König:

Es war ein tragisches Ende. Eine der besten Sängerinnen wurde 2012 leblos in einem Hotel in Beverly Hills gefunden. Es war Soul-Diva Whitney Houston. Ich war traurig über den ­Verlust dieser wundervollen Stimme. Wie es dazu kommen konnte, sehen wir nun in Nick Broomfields Dokumentarfilm «Whitney: Can I Be Me». Er gewährt uns einen Einblick in intime Momente, wir sehen Houston als Menschen.

Im Stil einer TV-Doku kommen ehemalige Mitarbeiter zu Wort. Sie erzählen von der sensiblen Sängerin, die es allen recht machen wollte – und es nicht schaffte. Vor allem dem ehemaligen Bodyguard höre ich aufmerksam zu: Wer sonst war ihr so nah und doch nicht zu nah? Ex-Mann Bobby Brown und ihre Familie, die finanziell von ihr abhängig war,

hätten die Wahrheit nicht so aussprechen können.  «Whitney: Can I Be Me» ist ein sehenswertes Drama, das zum Nachdenken anregt. Die letzten Zeilen möchte ich hier aber für meinen Abgang nutzen: Vier Jahre lang durfte ich Sie mit meiner Meinung zu Filmen unterhalten. Da ich eine neue Herausforderung annehme, bleibt mir nichts anderes übrig, als aufzuhören.

Ich hoffe, das Lesen hat Ihnen genauso viel Spass gemacht wie mir das Filmeschauen. Nun wünsche ich gute Unterhaltung und sage – Vorhang zu. 

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