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Kinokritik: Chaos im Schnee

«The Snowman» ist ein düsterer Skandinavien-Krimi. Sie hat es beim Zuschauen gefröstelt – er hätte lieber das Buch gelesen.

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Michael Fassbender in «The Snowman». play
Michael Fassbender in «The Snowman». imdb.com

Das sagt Lukas Ruettimann:

Ich bin kein grosser Winter-Fan, ich hab es lieber sonnig und warm. Trotzdem: Skandinavische Thriller mag ich. Meist spielen sie in langen, dunklen Nächten. Es geht um bizarre, kaltblütige Morde, deren Auflösung die Hauptfigur nicht selten in politische oder wirtschaftliche Elite-Kreise führt. Packend, undurchsichtig und intelligent – zumindest in den Büchern.

Als Film ist das eine andere Geschichte. Das Problem ist, dass man diese oft episch langen Krimis auf zwei Stunden Film kürzen muss. Dabei geht nicht nur die Stimmung, sondern auch die Logik flöten. «The Snowman» ist – wie die «Millennium»-Trilogie – ein gutes Beispiel. Michael Fassbender spielt einen kettenrauchenden Alkoholiker, der aussieht wie ein H&M-Model. Seine Figur ist ein einziges Abhaken von Detektivfilm-Klischees, und das gilt für den ganzen Film. Dazu kommt, dass die Geschichte vom müttermeuchelnden Serienkiller irgendwann so unglaubwürdig wird, dass man innerlich aufgibt. Zumal diverse Seitenstränge einfach nur verwirren. Und was, bitteschön, hat der tragische Auftritt des krebsgezeichneten Val Kilmer in diesem Film verloren?

Immerhin, die Bilder aus dem norwegischen Umland sind spektakulär. Doch das kann diesen kalten, konfusen Krimi nicht retten. Wenn man ihn doch wenigstens im Sommer hätte spielen lassen.

Bewertung: 2 von 4 Sternen

Das sagt Carolina Lermann:

Die eisige Winterlandschaft von Oslo und den Bergen reicht eigentlich schon aus, um das Blut in meinen Adern gefrieren zu lassen. Schon beim Anblick von so viel Schnee zittere ich. Da braucht es meiner Meinung nach gar keinen Mörder mehr, der Frauen den Kopf abhackt und ihre verstümmelten Leichen auf skurrile Art und Weise fast schon kunstvoll inszeniert.

Gruselig ist nicht nur die Vorgehensweise des besagten Mörders, sondern leider auch teilweise die Leistung der Schauspieler. Eigentlich kann man mit einer Besetzung wie dieser (Michael Fassbender, Chloë Sevigny) nicht viel falsch machen. Das Drehbuch des Films, welches auf dem Bestseller-Thriller von Jo Nesbø basiert, erlaubt es aber gar nicht, an der Oberfläche der Charaktere zu kratzen. Der Cast ist jederzeit austauschbar. Ja, leider auch Fassbender. Selten sah ein Alkoholiker so fidel, muskulös und schön aus. Als einziges Anzeichen seines Verfalls  könnte ein gepflegter Fünftagebart gedeutet werden. 

«The Snowman» hat eigentlich Potenzial für Grosses: Die Landschaft ist atemberaubend, der Kriminalfall super creepy. Leider bekommt man aber die innerliche Zerrissenheit der Charaktere, die Nesbø in seinen Büchern bis ins Detail beschreibt und die immens zur Story beiträgt, nicht zu sehen.

Bewertung: 1 von 4 Sternen

Das muss man zu «The Snowman» wissen:

Abstract: Oslo. Winter. Der erste Schnee. Junge Mütter verschwinden spurlos. Was bleibt, ist ein Schneemann in ihren Vorgärten. Kommissar Harry Hole recherchiert in einem Labyrinth aus Verdächtigungen und falschen Fährten nach ihrem Killer. Die brutalen Morde müssen enden, noch bevor der nächste Schnee fällt. Zusammen mit der jungen Kollegin Katrine vermutet der eigenwillige Einzelgänger einen nie gefassten Serienmörder hinter den Verbrechen. Als seine Freundin Rakel ins Visier des Täters gerät, entwickelt sich ein mörderisches Duell.

Länge: 119 Min.

Land: USA / Schweden / GB

Besetzung: Michael Fassbender, Rebecca Ferguson, Chloë Sevigny, Val Kilmer

Regie: Thomas Alfredson

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