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Kinokritik: Die Braut haut drauf

Im Action-Thriller «Atomic Blonde» lässt Charlize Theron so richtig die Fäuste fliegen. Sie findet das super – er würde sie lieber mit Bällen spielen sehen.

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Charlize Theron  zeigt sich schlagkräftig. play
Charlize Theron zeigt sich schlagkräftig. Universal

Das sagt Lukas Ruettimann:

Man muss sich wohl daran gewöhnen, dass Frauen uns auch in sogenannten Männerdomänen zeigen, wo der Hammer hängt. Im Fussball finde ich das super: Da wird frisch-fröhlich drauflosgekickt, und bei Fouls heulen die Spielerinnen nicht minutenlang theatralisch rum, sondern stehen auf und spielen weiter. Notfalls mit blutigem Kopf.

In Sachen Nehmer-Qualitäten ist Charlize Theron in «Atomic Blonde» eine ähnliche Wucht. Die Südafrikanerin ist vor und abseits der Kamera eine echte Rampensau. Die Action-Szenen sind denn auch das grosse Plus in dieser harten Comic-Verfilmung für Erwachsene. Auf der Minusseite stehen lieblose Figuren und der konfuse, trotzdem vorhersehbare Plot. Man merkt, dass die Macher von «John Wick» die Finger im Spiel hatten. Würze erhält das Ganze mit coolem 80er-Pop sowie Retro-Schick samt Trabi-Grossaufgebot und Mauer-Nostalgie.

Als Statement für eine Ü40-Prügelheldin überzeugt «Atomic Blonde». Doch die epischen Prü­geleien – auch die hochgelobte Treppenhaus-Sequenz mit dem Schweizer Daniel Bernhardt – finde ich bei allem Einsatz und aller filmischer Raffinesse ermüdend. «Atomic Blonde 2» muss für mich also nicht sein – aber Charlize Theron auf dem Fussballfeld, das würde ich mir nicht entgehen lassen!

Bewertung: 2 von 5 Sternen

Das sagt Carolina Lermann:

Zu emotionslos, zwischenmenschliche Beziehungen fehlen – so hört sich das Fazit vieler, hauptsächlich männlicher Kritiker an. So what? Stört bei Actionfilmen doch sonst auch niemanden. Hauptsache es wird geballert, was das Zeug hält. Nur weil eine Frau in «Atomic Blonde» in die Agentenrolle schlüpft, heisst das noch lange nicht, dass der Film emotional sein muss. Sie erledigt einfach nur ihren Job. Heult nicht rum, rächt keinen verlorenen Lover und erfüllt auch sonst kein blödes Klischee.

Die viel diskutierte Treppenhausszene, die fast ohne einen Schnitt auskommt, ist dafür das beste Beispiel: Egal was Badass Theron in die Hände bekommt (High Heels, Herdplatten), sie zerstört ihre männlichen Gegner, und das Zusehen macht verdammt viel Spass –  sorry Boys!

Dazu gibts eine feine Portion der Lieblingshits aus den 80er-Jahren auf die Ohren und ein überstyltes, in Neonlicht getränktes Berlin auf die Augen.

Der Teufel steckt aber im Detail und deswegen gibts einen Punkt Abzug: Tom-Ford-Sonnenbrillen, wie sie Theron im Film trägt, gab es 1989 noch nicht, berühmte Gebäude in Berlin werden verwechselt, und brutale Schnittwunden verschwinden und tauchen auf magische Art und Weise an anderen Stellen im Gesicht wieder auf.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

Gut zu wissen:

Abstract: Kurz vor dem Fall der Berliner Mauer wird ein MI6-Spion tot aufgefunden. Er sollte eine Liste mit Namen von in Berlin tätigen Agenten in den Westen schmuggeln. Doch die Liste wird bei der Leiche nicht gefunden. Lorraine Broughton soll nun die streng vertraulichen Informationen und damit die Identität britischer Agenten ­sichern. Sie arbeitet mit Ex-Geheimdienstler und Kontaktmann David Percival zusammen – und trifft die verführe­rische französische Agentin Delphine. Doch wer kann hier wem trauen?

Länge: 115 Min.

Land: USA/Deutschland

Besetzung: Charlize Theron, Sofia Boutella, James McAvoy, John Goodman, Til Schweiger

Regie: David Leitch

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